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 am:   01.06.08

 

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Europa

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Albanien

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Andorra

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Belgien

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Wandern in Belgien

 

Wandern in Belgien ist wegen seiner typischen Dörfer, Kulturdenkmale, usw. sehr attraktiv. In vielen Orten begegnet man auch folkloristischen Elementen. Vereinzeit findet man noch immer reizende Naturgebiete mit Wald und Heide. In Flandern z.B. gibt es die flache Polderlandschaft, das Westflämische Hügelland, das "Hageland", die sandigen und waldreichen Kempen und Limburg. In der Wallonie findet man noch ausgedehnte Wälder und die Bevölkerungsdichte ist dort dementsprechend klein. Wohlbekannt sind die belgischen Ardennen, von denen das Hohe Venn eine wichtiger Bestandteil ist. Auch das östlich der Linie Wezet Lüttich liegende Herver Land lohnt sich. Diese Aufzählung ist zwar nicht vollständig, beweist aber, daß Wandern in Belgien sicherlich der Mühe wert ist. Von einem zentralen Ausgangsort kann man eintägige Wanderungen machen, aber man kann auch mehrtägige Wanderungen von einem Ort zum anderen unternehmen. Abends kann man z.B. in einer Jugendherberge, in einem Haus der Naturfreunde, einem kleinen Hotel oder sogar im eigenen kleinen Zelt übernachten. Für letztere Möglichkeit braucht man allerdings eine gute Ausrüstung. Auch eine topographische Karte, ein Wandernführer sowie ein Kompaß sind empfehlenswert.

 

ÜBER GR FERNWANDERWEGE

 

Fern- oder Weitwandern bedeutet, daß manchmal in verschiedenen Tagen bestimmte Wanderstrecken bewältigt werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, nur eine 1 Tagestour zu machen oder während eines Wochenendes in eine bestimmte Richtung zu wandern. Wie dem auch sei, wenn man van einem Ort zum anderen zieht, folgt man am besten den GRFernwandernwegen. In verschiedenen europäischen Ländern findet man schon die bekannten Weiß-Rot oder Gelb-Rot Kennzeichen dieser Wanderwege, deren Netz sich zur Zeit auf gute 80.000 Km ausdehnt. In Frankreich und der Wallonie bedeutet die Abkürzung GR : Grande Randonnee, in Flandern : Grote Route, in Spanien (Katalonien) : Gran Recorregut, in Portugal Grande Rota. In den Niederlanden werden die gleichfalls weiß-rot markierten Wanderwege mit den Buchstaben LAW (Lange Afstand-Wandelpad) angedeutet. Auch in Italien wird dieses System schon vereinzelt angewandt. Die Kennzeichnungen stehen auf Mauern, Bäumen, Zäunen, usw. Aus vielen Gründen verschwinden plötzlich diese Markierungen. Schließlich ist die Uberwachung und Wiederbemalung eine von freiwilligen Mitarbeitern geleistete Arbeit. Deshalb ist es nützlich, einen Wanderfürher (Topoführer) bei sich zu haben. In Belgien sind derzeit 5850 km GR-Wanderwege ausgeschildert, von denen 3100 km in der Wallonie und 2750 km in Flandern. Es gibt also eine große Auswahl für die Ausarbeitung jedweder Wanderkombination.

 

WAS IST EIN WANDERFUHRER (TOPOFUHRER) ?

 

Es ist ein handliches kleines Wanderbuch, das außer der Beschreibung der Wandertour eine ganze Menge von zusätzlichen Angaben enthält. Zum einen zeigt es Auszüge der topographischen Karte, meistens im Maßstab 1:50.000, mit rot darin eingezeichnet die Streckenwanderung. Zum anderen enthält es nützliche Angaben mit Bezug auf die Ubernachtungsmöglichkeiten, den öffentlichen Verkehr, die jeweiligen Entfernungen zwichen den Orten, Auskunftsadressen, u.v.a.. Les SENTIERS DE GRANDE RANDONNEE (SGR) und GROTE ROUTEPADEN (GR) verlegen die Wanderführer des belgischen Wandernetzes. Beide Vereine verteilen ebenfalls die Wanderführer des französischen GR-Netzes. Auch die niederländischen Topoführer (LAW-Streckenwanderungen) können bei Grote Routepaden gekauft werden. Verzeichnisse sind bei beiden Vereinen zu erhalten.

 

WANDERKARTEN

 

Die topographische Karte bietet wichtige informationen mit Bezug auf die Straßen, Wege und Hindernisse denen man unterwegs begegnet und die Erkennungspunkte in der Landschaft sowie die Denkmale, andere Sehenswürdigkeiten, die Höhenlinien, usw.. Für den Wanderer sind die folgenden Maßstäbe von Bedeutung. Die Karten im Maßstab 1:25.000 (1 cm auf der Karte = 250 m im Gelände). Diese Karte wird planmässig ersetzt durch der Maßstab 1:20.000 (1 cm = 200 m). Diese Karten sind ausgezeichnet. Sie vermitteln dem Wanderer einen Schatz an Daten, werden mit größter Präzision hergestellt und zu einem angemessenen Preis verkauft. Das ganze Gebiet Belgiens wurde in 238 Blätter aufgeteilt und jede topographische Karte zeigt ein Gebiet von 16 bei 10 km. Daneben gibt es auch noch die Reihe M 737 im Maßstab 1:50.000 (1 cm = 500) die mit 61 Blättern ganz Belgien ausfüllt. Jede Karte zeigt ein Gebiet von 32 bei 20 km. Alle diese Karten werden vom NATIONALGEOGRAPHISCHES INSTITUT herausgegeben. Anschrift: Abtei Ter Kameren 13, 1000 Brussel.

 

Bosnien-Herzegowina

        Allgemeine wesentliche Informationen

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        Interaktive Liste mit umfangreichen Informationen und Landkarte

         http://de.wikipedia.org/wiki/Bosnien-Herzegowina

 

        Sehr umfassende Länderinformationen mit vielen weiterführenden Links

        http://www.lexas.net/laender/europa/bosnien_und_herzegowina/index.asp

 

         www.auswaertiges-amt.de/

 

Bulgarien

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        Interaktive Liste mit umfangreichen Informationen und Landkarte

         http://de.wikipedia.org/wiki/Bulgarien

 

        Sehr umfassende Länderinformationen mit vielen weiterführenden Links

        http://www.lexas.net/laender/europa/bulgarien/index.asp

 

         www.auswaertiges-amt.de/

 

Ländersplitter

 

Von Dr. Lutz Heidemann

 

Es ist mir ein Anliegen, auf die Wandertradition und das interessante Wegenetz in Bulgarien hinzuweisen. Ich bin dort nicht gewandert, habe nur kurz bei der Durchreise ein Stück des E 3 mit Markierung und passabler Unterkunft gesehen.

 

In Bulgarien gibt es einmal den Kammweg E 3, der über das Balkan-Gebirge bis zum Schwarzen Meer verläuft. (Der Name dieses an einigen Stellen bis über 2.000 m aufragenden, sonst eher sanften Gebirges, das Bulgarien in zwei Teile trennt, wird häufig auf ganz Südost-Europa übertragen. Die Bulgaren nennen diesen Gebirgszug auch Stara Planina.) Der E 3 war noch in sozialistischer Zeit als „Weg der Freundschaft“ konzipiert worden. Heute dürfte man statt mit politisch befohlener mit traditioneller Gastfreundlichkeit rechnen können. Für den E 3 liegt ein 1992 gedruckt und vertrauenswürdig wirkender Kartensatz im Maßstab  1:100.000 vor, der auch vergleichsweise ausführlich in deutsch, englisch und bulgarisch verfassten Wegebeschreibungen enthält.

 

Weiterhin gibt es in Bulgarien als E 4 und E 8 Fernwanderwege durch die Rodopen, ein Gebirge, durch das die Grenzlinie zwischen Bulgarien und Griechenland geht. Ich bin mit meiner Frau im Jahr 2000 im griechischen Teil der Rodopen gewandert und dort auf eindrucksvolle Laubwälder gestoßen. So etwas vermute ich auch auf bulgarischer Seite. Der E 4 ist ein Verbindungsweg von Sofia, genauer vom Rila-Kloster parallel zu der Überlandstraße E 79, nach Griechenland. Der E 8 dürfte reizvoller sein und sehr verschiedene Landschaftstypen durchqueren. Hierzu gibt es einen Kartensatz von 1993. Der E 8 endet kurz vor Svilengrad. Von dort ist es nur wenige Kilometer bis zum türkischen Grenzübergang Edirne, wo sich früher, als die Straßen über Belgrad unproblematisch waren, die Autos der türkischen Gastarbeiter stauten. Ältere EWV-Planungen sahen eine Verlängerung des E 8 bis Istanbul vor.

 

Erschienen in "Wege und Ziele" Zeitschrift des Vereins

Netzwerk Weitwandern e.V. Ausgabe 15 - August 2004

 

Dänemark

        Eingehende Beschreibung Dänemarks

        http://www.um.dk/deutsch/daenemark/enzyklopaedie/

 

        Interaktive Liste mit umfangreichen Informationen und Landkarte

         http://de.wikipedia.org/wiki/Daenemark

 

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Ländersplitter

 

Von Dr. Lutz Heidemann

 

Wer in Dänemark wandern möchte, könnte als „Einstieg“ den „haervej“, zu deutsch Heerweg, wählen. Dieser Weg verläuft in Nord-Süd-Richtung durch Jütland und hat Angebote für Radfahrer und Wanderer. Wenn man sich unter www.haervej.dk ins Netz einklinkt und dann auf der Randleiste „Til fods“ d.h. zu Fuß wählt und im nächsten Schritt „Detailkort“, kommt zu Karten, die beide Angaben für beide Fortbewegungsmöglichkeiten enthalten. Die dänischen Wege werden von der DVL, der Dansk Vandrelaug, betreut. Unter ihrer Homepage www.dvl.dk sind Angaben jedoch nur dänisch erhältlich. Der Heerweg setzt sich in Schleswig-Holstein fort, dort auch als Ochsenweg bezeichnet. Eine weitere grenzüberschreitender Trasse ist der sog. Gendarmenweg. Auch der E1 geht durch Dänemark.

 

Erschienen in "Wege und Ziele" Zeitschrift des Vereins

Netzwerk Weitwandern e.V. Ausgabe 16 - Dezember 2004

 

Deutschland

        Sehr umfassende Länderinformationen mit vielen

        weiterführenden Links: www.lexas.net/

 

        Ausführliche Informationen über Deutschland - 

        Bundesländer - Städte - etc.: wikipedia.org

 

         www.auswaertiges-amt.de/

 

Einige Zusatzbemerkungen für Wanderinnen und Wanderer

 

Deutschland liegt in der Mitte Europas und hat praktisch kaum so etwas wie “natürliche Grenzen”. Das Land und seine Menschen haben sich oft verändert und viele Einflüsse von außen aufgenommen. Wanderer und die Wanderinnen haben mit ihrem Tempo die Chance, wechselnde Geschichtsspuren sehr viel deutlicher als andere wahrzunehmen.

 

Vielleicht führt Ihr Weg in Württemberg, Hessen oder Franken an Ringwällen vorbei, an archäologischen Zeugnissen keltische oder germanischer Kultur.

 

An Dorfformen oder Namen beobachten Sie die Spuren der slawische Besiedlung bis etwa zur Elbe-Saale-Linie oder Sie kommen zu den noch existierenden sorbischen Sprachinseln im Spreewald. Gleiches läßt sich von den Friesen sagen.

 

Die mit viel Leid verbundenen gewesenen konfessionelle Verwerfungen sind heute noch abzulesen an „Wegstöcken“, Kirchen und Wallfahrtsorten, Wegekreuze, Grenzsteine Kleinstaaterei, deutsche Spaltung.

 

Adel, unabhängige Städte, Gutsherrschaften.

 

Die Vergangenheit ist oft ideologisiert worden, deshalb wird dem interessierten Wanderer und der interessierten Wanderin empfohlen, sich durch neuere Literatur sachkundig zu machen.

 

Landschaft ist nicht statisch, Veränderungen erfolgen nur in anderen Zeiträumen als in unserer gebauten oder asphaltierten Umwelt. Die “Geschichte der Landschaft” wird zunehmend thematisiert.

 

 

Estland

        Allgemeine wesentliche Informationen

        http://www.erdkunde-online.de/0431.htm   Kostenpflichtig!

 

        Interaktive Liste mit umfangreichen Informationen und Landkarte

         http://de.wikipedia.org/wiki/Estland

 

        Sehr umfassende Länderinformationen mit vielen weiterführenden Links

        http://www.lexas.net/laender/europa/estland/index.asp

 

         www.auswaertiges-amt.de/

 

Politische Landschaften in Estland

 

Der folgende Essay von Kaarel Tarand ist in einer estnischen und einer englischen Version in dem Straßenatlas „Regio Eesti teede atlas 1: 150.000“ (Tallin 2002/2003, Bilder und Landkarten 200 Seiten) enthalten. Er wurde von Uta Angerer, Frankfurt a M. vom Englischen ins Deutsche übersetzt.

 

Das Erscheinungsbild von Landschaften und ihre Veränderungen sind normalerweise das Ergebnis von wirtschaftlichen Tätigkeiten der Menschen. Im zwanzigsten Jahrhundert haben jedoch politische Entscheidungen und Ereignisse die stärkste Auswirkung auf die estnische Landschaft gehabt. Dies ist deutlicher auf dem Land als in Städten zu bemerken. Vielleicht sind wir auch einfach in den Stadtlandschaften unter dem Einfluß wechselnder Moden mehr Änderungen gewohnt.

 

Felder und Wälder können nicht als Beispiele von Jugendstil, Funktionalismus oder Postmoderne beschrieben werden. Ihr Schicksal und ihr Erscheinungsbild hingen nicht von künstlerischen, sondern von ideologischen Positionen ab. So sind sogar noch jetzt alle charakteristischen Ausdrucksformen der „politischen Landschaften" des vergangenen Jahrhunderts in Estland zu beobachten. Alle zeigen ähnliche Aspekte des Niedergangs; ihre einstige Pracht ist von Landreformen zerstört worden, von Eingriffen, wie sie jeder Generation in Estland als „höhere Gewalt" widerfahren ist.

 

Vor ungefähr 150 Jahren begannen in Estland die Städte zu wachsen, was aber zunächst die Landschaft nicht änderte. Die Mehrheit der Bevölkerung bebaute weiter das Land, so wie sie das Jahrhunderte lang getan hatte. Der vorherrschende Landschaftstyp war von den großen Gütern geprägt: Ihr Mittelpunkt waren die Gutsbezirke und große Parks, die im 18. und 19. Jahrhundert in den schönsten Landesteilen angelegt worden waren. Ihr vergangener Glanz hat zu romantisch zugewachsenen Ideallandschaften geführt, wenn man von den paar Dutzend Herrenhäusern absieht, die in jüngster Vergangenheit restauriert wurden.

 

Die von den Gutshöfen und der Gutswirtschaft geprägte Landschaft wurde durch die Landreform von 1919 zur Zerstörung verurteilt. Die Landreform ließ eine „Landschaft der Neubauern“ entstehen. Die eben begründet estnische Republik stand im Krieg mit den Bolschewiken einerseits und dem deutschbaltischen Landadel andererseits. Die Landbevölkerung hätte man sofort mit dem Versprechen von Landbesitz als Dank für den Dienst im Militär gewonnen. 2,3 Millionen Hektar Land (fast die Hälfte des estnischen Bodens) wurde enteignet und auf 56.000 bäuerliche Betriebe aufgeteilt.

 

Auf freiem Feld kann man noch heute diese Gehöfte sehen. Auch wenn ihre Holzhäuser nicht mehr stehen, so zeigen die Bäume und die hochgewachsenen Fliederbüsche noch an, was die junge Republik ihren Kämpfern für die Unabhängigkeit geschenkt hatte. Aus Steinen gebaute Scheunen und Keller, deren Material von Gutsgebäuden stammte, sind in besserem Zustand. Erst gegen Ende der dreißiger Jahre bekam die bäuerliche Landschaft ein gepflegteres Aussehen, unterstützt durch die kraftvolle Exportpolitik Estlands und die vom Präsidenten ausgerufene Kampagne zur Verschönerung der Häuser.

 

Dieses Glück währte nicht lange. Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs entschieden die Großmächte, Europa zu teilen. Estland fiel an eine Besatzungsmacht, die kein privates Eigentum kannte. Reichere Bauern wurden nach Sibirien geschickt, und nach dem Krieg erklärte das Sowjetregime den Boden zum öffentlichen Eigentum, das dem Volk gehörte. Das Land verlor seine Bauern, und man schuf die Grundlage für die neue „Kolchos-Landschaft“. Ihren Überresten im Zustand riesiger Unordnung kann man heute noch überall begegnen.

 

Bis in die sechziger Jahre hinein verfügte das Kolchosesystem nicht über die Mittel Neues zu bauen. Ob Guts- ­oder Bauernhäuser, alles wurde so gut wie möglich für neue Zwecke verwendet. In den Dörfern spielten Landarbeiter und angestellte Arbeiter, die ihren Aufgaben gar nicht gewachsen waren, ihre Macht aus. Die riesige Sowjetunion brauchte aber Nahrung, und die Esten waren fast die einzigen, die in der Lage waren, sie zu produzieren. So brachte das hungrige Moskau die Kollektivbetriebe auf die Beine. Das neue Kolchosensystem schätzte das herkömmliche zerstreute Wohnen auf dem Lande nicht, und da Nikita Chruschtschow erklärt hatte, daß die Unterschiede zwischen Stadt und Land aufzuheben seien, setzte auch noch ein Bauboom auf dem Lande ein. Wohnblocks aus vorgefertigten Platten, die mitten im Feld stehen, zeugen von den „Spitzenleistungen“ des Kolchossystems. Aber es gab nicht nur das: Aufwendige Kulturpaläste, Ställe, in denen tausend Tiere untergebracht waren, hohe Silos, Mechanikerwerkstätten mit vergammelnden Maschinen - all das sind charakteristische Bestandteile der großmaßstäblichen Bodennutzung nach dem Kolchossystem.

 

Die Kolchoszentren wurden weitab von traditioneller Bebauung - den Dörfern und Kirchen - angelegt, um den letzten Widerstand der konservativen Landbevölkerung zu brechen. Schließlich wurde auch das Netz der Überlandstrassen an die neuen Zentren angeschlossen, was dazu führte, daß man von den großen neuen Strassen aus die Welt der Güter und der Bauernhöfe nicht mehr wahrnahm. Die Breschnew-Ära brachte noch eine eindrückliche Komponente der Kolchos-Landschaft hervor: sog. „zurückgewonnenes Land", d.h. durch Trockenlegen von Mooren landwirtschaftlich nutzbar gemachte Flächen. Aber als Ergebnis dieser allerletzten „Reform“ vermag dieser fruchtbare Boden nur noch Strandgras zur Herstellung von Biodiesel zu ernähren.

 

Mit der Wiederherstellung der Unabhängigkeit Estlands im Jahr 1991 hat sich die politische Leitlinie durchgesetzt, daß das Unrecht der Vergangenheit beseitigt werden muß. Das bedeutet noch einmal eine Verteilung des ganzen Landes und die Kreierung neuer Eigentümer. Die Wiederkehr von Eigentumstiteln eröffnete den anscheinend endlosen Prozeß einer Landreform, bei dem man im wesentlichen bemüht war, das Grundeigentum so zu verteilen, wie es 60 Jahre zuvor gültig war, was natürlich zu Konflikten zwischen Gerechtigkeit und dem wirtschaftlich Möglichen führte. Die Zersplitterung des Grundeigentums führt bestenfalls zur Klärung strittiger Rechtsverhältnisse, aber nicht zu einem wirtschaftlichen Erfolg. 

 

Diese Reform, die jetzt bald abgeschlossen sein soll, hat sich noch nicht in der Landschaft bemerkbar gemacht, die immer noch geprägt wird von den in Ruinen liegenden Gütern, den Bauernhöfen und den früheren Kolchosbetrieben. In der Umgebung größerer Städte bauen reiche Stadtbewohner, die keine Verbindung mit Landwirtschaft haben, ihre Häuser. Da gibt es nur den Maßstab von gutem oder schlechtem Geschmack, entsprechend werden solche Siedlungen entweder „albern" oder im anderen Fall, falls er wirklich eintritt, zu „smarten" Orten.

 

Im Wald hat sich mehr geändert. Im heutigen Estland ist Holz eines der wichtigsten Exportgüter, was bedeutet, daß der Umfang des Einschlags dauernd steigt. Der Wald gehört teils privaten Eigentümern, teils dem Staat. Da eine ausreichende Überwachung der fortwirtschaftlichen Aktivitäten fehlt, entsteht ein neuer Landschaftstyp, den man „Forst-Raubbau" nennen könnte. In solchen Gebieten liegen Busch und Wald, der in den letzten zehn Jahren keinerlei Pflege gesehen hat, neben kleinen Parzellen sauber gehaltenen Waldes. Sie gibt es vor allem in Südestland.

 

Landschafts-Liebhaber interessieren sich für die heutige Situation, nicht so sehr für die Zukunft. Das „Gemälde Estland 2002“ ist eine Schöpfung der Politik, an dem neben estnischen Meistern die kräftigen Pinselstriche von Molotow und Ribbentrop, Gorbatschow und Bush zu finden sind. Wenn auch eklektisch zusammengesetzt, hat diese leicht angeschmuddelte und heruntergekommene „Leinwand“ doch seine eigene hoffnungsvolle Schönheit, welche die estnische Landschaft als einzigartig in Europa macht.

 

Finnland

        Allgemeine wesentliche Informationen

        http://www.erdkunde-online.de/0451.htm   Kostenpflichtig!

 

        Interaktive Liste mit umfangreichen Informationen und Landkarte

         http://de.wikipedia.org/wiki/Finnland

 

        Sehr umfassende Länderinformationen mit vielen weiterführenden Links

        http://www.lexas.net/laender/europa/finnland/index.asp

 

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Ländersplitter

 

Von Dr. Lutz Heidemann

 

Finnland tauchte bisher nicht auf den Übersichtskarten der EWV und auch nicht enthalten in dem von Hans Jürgen Gorges in Zusammenarbeit mit der EWV, hier insbesondere mit Frank Schlinzig, im Jahr 2002 in der 2. Auflage herausgekommene Veröffentlichung “Auf Tour in Europa“ (Kompass/ Deutscher Wanderverlag Stuttgart). Bei einem so naturverbundenem Volk wie den Finnen ist naheliegend, daß es eine Wandertradition und markierte Wege gibt. Ich bekam in Brilon eine  ins Deutsche übersetzte Broschüre „Auf Schusters Rappen in Finnland – Die Europäischen Fernwanderwege E6 und E10“ (undatiert, ca. 2001 erschienen). Daraus geht hervor, daß bis 2005 eine große Zahl von regionalen Wege geben wird, die untereinander verbunden sein werden und deren Hauptstränge als Europawege deklariert sind.

 

Im Einzelnen wird dort ausgeführt: „...Auf dem Routennetz findet man eine sehr große Menge von Aktivitätsmöglichkeiten und eine Vielzahl von Übernachtungsorten, die sicherlich manch einen für einen längeren Aufenthalt locken werden. Viel­leicht ist es sowieso eine glücklichere Lösung, sich auf ein paar Stellen zu konzentrieren und deren Umgebung kennenzulernen Aufgelistet sind diejenigen Teile der Euro-Routen, die bis 31.10.2000 bekannt gemacht worden sind. Die Liste wird anhand von Rückmeldungen ständig ergänzt und vervollkommnet. (www.saunalahti.fi/eeromari/aufl.htm )

 

Im Anhangsteil der jeweiligen Routendatei befinden sich Kontaktadressen für Auskünfte zu den einzelnen Routen. Um das Lokalisieren und das Bestimmen der Routenlage in Finnland zu erleichtern, sind Teile jeweiliger Routen sowie gesamte Gebiete nach der Einteilung der Wegkarte "GT" aufgezeichnet. Die GT-Wegekarteneinteilung hat sich geändert: Finnland wird ab nun in 18 (und nicht wie bislang 19) Gebiete geteilt. Die Karten haben demzufolge die Bezeich­nungen GT1- GT18 und werden im Laufe des Jahres zu erwerben sein. In den Wegkarten sind zwar einige Routen aufgeführt, aber die Karten sind nicht genau genug, um als Wanderkarten zu dienen; man kann anhand jener lediglich den Routenverlauf grob verfolgen. Zu nahezu allen Routen und Gebieten gibt es inzwischen Wanderkarten und -führer. Es ist immer wünschens­wert - und teilweise unbedingt notwendig - Karte und Kompaß zu benutzen!

 

Beim Entwickeln der quer durch Finnland führenden Wanderrouten hatten wir als Leitidee das Ausbauen schon vorhandener - obzwar teilweise ein wenig verwahrloster Routen, an denen weitere Nebenrou­ten bzw. deren Vernetzungen angeknüpft werden können, um so eine gesamtheitliche Routenverflech­tung zu ermöglichen. In Mitteleuropa kommen die Routen "physisch" zusammen, obwohl auch dort (z.T. wegen stärkerer Verkehrsbelastung) einige Streckenabschnitte der aufgezeichneten Routen mit Bussen zu bewältigen ist. Fahrpläne der Busse werden in solchen Fällen in der jeweiligen Routenin­formation angegeben. In Finnland ist wiederum schon wegen der erheblichen Entfernungen das Benutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln unabding­bar, jedoch wird dies besonders in der Anfangsphase des Routenausbaues spürbar. Die Euroroute wird durch Aufkleber markiert, die auf weißem Grund die schwarze Aufschrift "E6" oder "E10" tragen; die Ost-West-Verbindungsroute trägt den Zusatz E6 und E 10 mit einem doppelseitigen Pfeil dazwischen.“ 

 

Ein guter deutschsprachiger Internet-Einstieg ist unter: www.suomenlatu.fi möglich. Da erscheint u.a. die oben angesprochene Kartenübersicht zusammen mit vielen anderen weiterführenden Informationen.

 

Erschienen in "Wege und Ziele" Zeitschrift des Vereins

Netzwerk Weitwandern e.V. Ausgabe 16 - Dezember 2004

 

Frankreich

Allgemeine wesentliche Informationen

 http://www.erdkunde-online.de/0461.htm   Kostenpflichtig!

 

Interaktive Liste mit umfangreichen Informationen und Landkarte

http://de.wikipedia.org/wiki/Frankreich

 

Sehr umfassende Länderinformationen mit vielen weiterführenden Links

http://www.lexas.net/laender/europa/frankreich/index.asp

 

Interaktive Liste mit umfangreichen Informationen über die Régions

http://de.wikipedia.org/wiki/Regionen_Frankreichs

 

Interaktive Liste mit umfangreichen Informationen über die Départements

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste _Départements

 

www.auswaertiges-amt.de/

 

Übernachtungen:

 

Hotelverzeichnisse können über die Tourismus-Organisationen der Regionen oder Departements erbeten werden. Hinweise auf die administrative Struktur Frankreich folgen weiter unten.

 

 

Für Fernwanderer bietet die Vereinigung „Logis de France“ ein gutes Angebot. Die etwa 3.500 angeschlossenen Hotels, in der Regel charakteristische ältere Gebäude, decken in guter Weise den „ländlichen Raum“ ab. Die Mitgliedschaft im Verband garantiert einen Mindeststandard. Über den französischsprachigen http://www.logis-de-france.fr/fr einloggen (Alternative englisch) und über „cherches un hotel“ die Wahlmöglichkeit „sur une carte“ benutzen und sich dann über Region zu Departement hinklicken und auf der dann aufscheinenden Karte die Orte nahe der Strecke suchen.

 

Weitere gute Unterkunftsmöglichkeit für Wanderer bieten die privaten Zimmervermieter, die von den örtlichen Behörden als „Chambres d´hôtes“ konzessioniert sind. Hier kann man oft einen Einblick in Lebensverhältnisse der durchwanderten Gegend bekommen und Fragen stellen. Zudem dient das der oft beschworenen „lokalen Ökonomie“. Der Dachverband „Gîtes de France“ mit dem roten Hahn im offenen Fenster als Markenzeichen bietet auch Ferienhäuser an, deren Vermieter lehnen die durchziehenden Wanderer oft ab, deshalb auf der anfangs mehrsprachigen Homepage von http://www.gites-de-france.fr/de7index.htm auf „Gästezimmer“ klicken. Über eine Karten mit Regional-Gliederung kann man sich in die einzelnen Departements einwählen und erhält dort neben den Links zu den Vermietern auch viele touristische Informationen auf Departement-Ebene.

 

 

Einfacher im Standard und mehr in der Art deutscher Jugendherbergen, aber oft ohne Anwesenheit von Betreuern, sind die „Gîtes d´etapes“. Träger sind häufig die Gemeinden. Man kann dort in der Regel selbst kochen, muß aber auch seine Wäsche mitbringen. ein umfangreiches Angebot findet man unter http://www.gites-refuges.com . Die Startseiten sind in englisch und französisch.

 

Griechenland

        Allgemeine wesentliche Informationen

        http://www.erdkunde-online.de/0521.htm   Kostenpflichtig!

 

        Interaktive Liste mit umfangreichen Informationen und Landkarte

         http://de.wikipedia.org/wiki/Griechenland

 

        Sehr umfassende Länderinformationen mit vielen weiterführenden Links

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        Reiseinformationen mit vielen weiterführenden Links

        http://www.der-griechenland-Katalog.de/inhalt.htm

 

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Wandern in Griechenland -

Lutz Heidemann informiert über neue Wanderkarten und Wandermöglichkeiten in den Gebirgsregionen von Nordgriechenland, auf dem Olymp und dem Peloponnes

Ein Bericht aus Nr.19 - April 2006 von Wege und Ziele,

 der Zeitschrift von „Netzwerk Weitwandern e.V.“

 

Aufforderung zum Wandern in Griechenland

 

Von Lutz Heidemann

 

Wer eine Reise nach Griechenland plant, denkt meist nicht an eine ausgedehnte Fußwanderung, eher an den Besuch von antiken Stätten oder an Erholung an den vielgestaltigen Küsten. Doch kann man sehr gut beides miteinander verbinden, z. B. von den Meteora-Klöstern nach Delphi wandern. Griechenland besitzt ein ausgedehntes Netz markierter Wanderwege („Monopati"). Es handelt sich um zwei Europäische Fernwanderwege, den E4 und den E6, und ergänzend dazu gibt es mehrere nationale Strecken. Diese „nationalen“ Wege tragen zweistellige Ziffern und sind auch so durch rautenförmige Blechschilder in der Örtlichkeit markiert. Mit diesem umfangreichen Wegenetz sind eigentlich alle interessanten Teile des Festlandes, des Peloponnes und die Insel Kreta für Wanderer erschlossen. Das Netz ist gut in der beigefügten Karte aus der Mitte der 1990er Jahre zu erkennen. Inzwischen ist der Weg 31 Patras- Olympia noch hinzugekommen, eine bestimmt sehr reizvolle Strecke.

 

Darüber hinaus existieren noch Wege, die durch Initiativen örtlicher Fremdenverkehrsbüros oder von Einzelpersonen entstanden sind. Ich weiß von solchen Angeboten z.B. an der Westküste des Peloponnes oder verweise auf den Corfu-Trail, von dem wir in Nr. 11 (Aug. 2003) und Nr.18 (Dez.2005) berichtet haben. Die Edition Graf www.graf-editions.de hat in den letzten Jahren mehrere deutsche und englische Führer für kürzere Wanderungen auf einer ganzen Reihe von griechischen Inseln herausgebracht. Das wäre eine Hilfe für die Kombination von Baden und Wandern, besser Spazierengehen.

 

 

 

Meine Frau und ich sind Ostern 1998 in zehn Tagen auf den Wegen E4 und 32 von Egion am korinthischen Golf bis nach Sparta gewandert. Im Sommer 1999 sind wir erst einige Tage zusammen mit Anastasios Rigas auf dem E6 in dem griechischen Teil der Rhodopen nördlich der Städte Serres und Drama gewandert, später- wieder allein- auf dem Weg 02 vom Olymp über den Ossa in die Pelion-Berge. Im Jahr 2001 sind wir zehn Tage von Kastoria bis Polikastro an der Überlandstraße Saloniki - Skopje gewandert. Darüber gab es in Nr. 7 (Sept. 2001) einen Bericht, der allerdings stärker die unterwegs getroffenen Menschen als an die durchquerten Gebiete zum Thema hatte.

 

Auf diesen verschiedenen Wanderungen haben wir phantastisch-schöne, vielseitige Landschaften kennengelernt: fruchtbare Ebenen, dramatische Schluchten, steiniges Weideland, blumenübersäte Wiesen oder Eichen- und Buchenwälder, durch die man stundenlang wandern, kann ohne einem Menschen zu begegnen. In den Rhodopen und auf dem Olymp werden die Wanderer über lange Strecken oberhalb der Baumgrenze geführt. Ich persönlich fand die Strecken auf dem 02-Weg durch die stark duftende Macchia am faszinierendsten, das erschien mir viel „griechischer" als die dunkelen Nadelholzwälder z.B. am Taygitos.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Markierung geschah überwiegend durch Metallschilder, die auf Bäume genagelt wurden. Auf weisem Grund ist eine gelbe Raute mit der Wegebezeichnung z.B. E6 oder 32 in der Mitte. Diese vergleichsweise teuren Schilder wurden nicht mit der Häufigkeit angebracht, die in Mitteleuropa üblich ist. Der „Vorwegweiser“ französischer Art für Richtungsänderung oder das Zeichen „falscher Weg“ kennen die Griechen nicht. Für längere Wegeabschnitte wird der Wanderer über Forststraßen geführt. Dann biegt der Wanderweg ab und es kann über Pfade weitergehen. An diesen kritischen Stellen hatten die „Wegemacher“ Metallstangen mit aufmontierten Wegweisern aufgestellt. Diese Wegweiser sind nicht sehr

„vandalismus-resistent“.

 

 

Griechenland kann ein gutes und interessantes Ziel für Wanderer sein. Aber ich will nicht verschweigen, daß die Umsetzung in die Tat schwierig ist. Vergleichsweise einfach war das Wandern auf dem Peloponnes. Hier hat sich z.B. durch die Veröffentlichung von Gert Hirner „Wanderungen auf dem Peloponnes“ (Bruckmann München 1989 ISBN 3-7654-2197-9) vielleicht schon eine gewisse Tradition herausgebildet und waren die Wege begangen worden. Aber auch z.B. auf dem jüngeren „32“ war die Markierung streckenweise sehr lückenhaft. Für den E4 auf dem Peloponnes erschien 1995 ein kleines Büchlein des Verbandes der Griechischen Bergsteiger-Vereine mit Wegebeschreibungen und Höhen-Profilen der 15 Etappen von Anastasios Rigas.

 

 

 

 

 

Zu den beiden Europäischen Fernwanderwegen gibt es deutsche Wegebeschreibungen in Form eines maschinengeschriebenen Manuskriptes mit Kartenskizzen. Sie sind von Anastasios Rigas vom Verband der Griechischen Bergsteigervereine in Athen (EOS) verfaßt worden, den man als den „guten Geist" des griechischen Weitwanderwesens bezeichnen muß. Inzwischen ist Rigas über 90 Jahre alt, er hat er in den 80er Jahren - zusammen mit den regionalen Vereinen - viele Trassen in der Örtlichkeit festgelegt und markiert. Auch für den 31 hat Rigas eine deutsche Übersetzung verfaßt.

 

Noch schwieriger war die Situation in Nordgriechenland. Mehrmals verloren wir die Fortsetzung des markierten Weges. Die Blechschilder waren heruntergerissen und bei Wegegabelungen verdreht worden. Wir mußten einige Male auf befestigte Wege ausweichen. Wenn wir auf dem richtigen Weg waren, hatten wir oft den Eindruck, daß mindestens seit einem Jahr dort kein Wanderer mehr durchgegangen war; sosehr waren die Wege zugewachsen. Das ist ein Teufelskreis und ein Jammer um aufgewandte Arbeit. Denn mit der Errichtung der Wege war im ländlichen Raum auch die Hoffnung auf Tourismus geweckt worden. Ich erinnere mich an ein schönes altes Haus in dem Ort Agios Germanos nahe der griechisch-mazedonischen Grenze, das von Frauen des Dorfes als Gemeinschaftsunternehmen bewirtschaftet wurde. Also muß dafür geworben werden und müssen als weitere Wanderhilfen ausreichende Karten und aktuelle Wegebeschreibungen zur Verfügung stehen.

 

 

 

Die eingangs erwähnten Wegebeschreibungen zum E4 und E6 von A. Rigas sind dicke Papierbündel. Sie sind bei mir gegen Übernahme der Kopierkosten zu erhalten. Auch für Wege 31, 32 und 33 auf dem Peloponnes gibt es inzwischen deutsche Wegebeschreibungen. Leider stimmten die Angaben nicht immer mit der vorgefundenen Situation in der Landschaft überein. Eine Wegebeschreibung kann eben eine gute Markierung nicht ersetzen. Bei lückenhaften Markierungen sollte wenigstens eine einigermaßen zuverlässige Karte vorhanden sein, damit man die Richtung abschätzen kann.

 

So ist es mir ein wichtiges Anliegen, über neue Wanderkarten im Maßstab 1: 50.000 zu berichten. Sie sind eine Weiterentwicklung der früheren sog. Korfes-Karten des griechischen Bergsteigerverbandes. Es sind völlige Neuzeichnungen. Viele der jüngeren Forststraßen scheinen eingetragen worden zu sein. Die Karten enthalten auch die großen Staudamm-Projekte der letzten Jahre. Daß sie eher für Bergsteiger und Wanderer angefertigt wurden, spürt man an der Darstellung der Hauptstraßen, die in einem blassen Gelb gehalten sind, so daß die Groborientierung auf den auch noch ziemlich kleinen Karten im ersten Moment schwierig ist.

 

Eine große Hilfe für die Vorbereitung einer Tour ist, den Streckenverlauf der Wanderkarten in eine Straßenkarte einzuskizzieren, um eine grobe Routenplanung machen zu können. Auf der Rückseite tragen die einzelnen Blätter neben Telefonnummern der örtlichen Bergsteiger-Sektionen und Adressen der Hütten auch gute Informationen zur Morphologie, zur Geschichte und zu einzelnen Wegeabschnitten. Sie sind ab dem Jahr 2000 mit Fördermitteln der EU entstanden. Diese Karten können von interessierten Wanderern von den griechischen Tourismus-Verbänden erbeten werden. Zum Beispiel trägt die Serie vom Pindos den Titel: Mountain Pindos, Published 2001 by the Greek National Tourism Organisation, Not for sale/ unverkäuflich).

 

Für deutsche Wanderer ist die sinnvollste Adresse die

Griechische Zentrale für Fremdenverkehr

Neue Mainzer Straße 22

60311 Frankfurt

eMail: info@gzf-eot.de

Insgesamt gibt es inzwischen folgende Serien von Karten. Nach ihrer griechischen Bezeichnung sind es:

 

Pindos, hier insgesamt 12 Blätter, die nach Berggruppen bezeichnet wurden.

Im Einzelnen handelt es sich um folgende Blätter:

                

1. Gramos

5. Ligos

9. Lakmos

2. Smolikas

6. Mitsikeli

10. Koziakas

3. Voio

7. Mavrovouni

11. Athamanika

4. Timfi

8. Meteora

12. Agrafa

                

Die Pindos-Region ist wohl das noch wildeste Gebirgsgebiet Griechenlands. Mit Hilfe dieser Karten müßten sehr eindrückliche Wanderungen möglich sein. Ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen in dem Gebiet ist der alte Ort Metsovo. Von dort kann mit diesen Karten (Blatt 7, 5 und 3) auf dem E6 über viele Tage nach Norden bis zur Europastraße E 90, der mit viel EU-Geld ausgebauten Via Egnatia, gewandert werden. Mit Hilfe der Blätter 10 und 12 können etwa zwei Drittel des E4 zwischen Meteora und Karpenissi abgedeckt werden. In den Blättern 2, 4 und 6 ist der nationale Weg 03 eingezeichnet, der in Süd-Nord-Richtung in dem Ort Sistrouni bei Ioanina beginnend hoch zum Mitsikeli und dann unterhalb der Kammlinie über die Dörfer Dikorifo, Kipi, Vrissohori und dazwischen auch durch die berühmte Vikos-Schlucht geht und in Drossopigi nahe der genannten Europastraße E 90 endet. In den Zagochoria-Dörfern soll man nach Angaben des DuMont Reiseführers zahlreiche ruhige Hotels und Pensionen finden können, die in den traditionellen Steinhäusern eingerichtet wurden, z.B. in Kipi oder Monodendri, um von dort z.B. in die Vikos-Schlucht zugelangen.

 

 

 

 

Rodopi, insgesamt 7 Blätter, die folgende Bezeichnung tragen:

 

        1. Falakro      5. Koula

        2. Potamoi     6. Ahladovouno

        3. Frakto        7. Papikio

        4. Paranesti

 

Damit wird ein interessanter Teil der östlichsten Abschnittes des E6 abgedeckt. Der Weg verläuft hier ziemlich nahe der bulgarischen Grenze. Es ist ein wenig besiedeltes Gebiet. Die Kartenserie setzt in Voulakis ein, einem Ort in der Nähe des Wintersportgebietes am Falakro. In diesem Teil der Rhodopen gibt es noch phantastische Laubwälder. Mit diesen Karten kann man auf dem E6 bis in die Nähe von Komotini gelangen. Ich kann nichts über die Landschaft dort sagen, unsere Wanderung endete in Livadero nördlich von Drama, aber sie wird wenig mit Griechenland-Klischees zu tun haben. Wir wären froh gewesen, solche Karten gehabt zu haben. Dann wären wir wohl auch weiter gewandert.

 

Chelmos, von diesem Teil des Peloponnes und von der Halbinsel insgesamt gibt es nur zwei Blätter. Damit ist aber der „Einstieg“ auf dem E4 einfach. Ungefähr vier Tagesetappen kann man auf diese Weise vergleichsweise sicher wandern. Ab Vitina sind wir auf den „32“ gewechselt. Die nachfolgenden Etappen über Dimitsana bis Karitina sind landschaftlich und kulturell sehr reizvoll und die Markierung war ausreichend. Damit hat man einen schönen Teil des Peloponnes gesehen.

 

Die beiden Kartenblätter Parnassos und Giona grenzen aneinander.

 

Mit dem Blatt Parnassos kann man von Delphi zwei Tagesetappen auf dem E4 nach Norden über Eptalofos bis Viniani machen. Ab Eptalofos gibt es einen jüngeren Weg 22, der auch noch nicht in der Übersichtsskizze enthalten ist, der einen großen Bogen durch den Parnaß macht und in Arachova an der großen Straße nach Delphi endet. Das wäre eine reizvolle Rundwanderung. Dieses Blatt enthält auch Hinweise für Felskletterer. Mit dem westlich angrenzendem Blatt Giona kann man auf dem E4 noch ein ganzes Stück weiter bis in die Gegend von Artotina gelangen.

 

Die Karte Olympos ist ein Großblatt. (Hier gab es eine Vorgängerkarte; das Kartenbild ist deutlich besser geworden!)

 

Wenn man von Litochori auf dem E4 zum Olymp wandern möchte, was Spaß macht, reicht die gute Markierung aus. Die Hütte Balkoni ist groß, aber auch gut besucht. Wir wollten von dort auf dem Weg 02 in Richtung Ossa weiterwandern. Es war Hochsommer, aber trotzdem kam dichter Nebel auf und auf dem vegetationslosen Gipfelareal gab es nur Steinmännchen als Wegweiser. Da wir nicht einschätzen konnten, wo der 02 abzweigt, brachen wir die Wanderung ab und setzten die Tour in Ambelakia fort. Auch in dieser Situation hätte uns vielleicht die Karte geholfen. Sie deckt auch noch ein gutes Stück des E4 in Richtung Ellasona ab.

Wer mehr Hintergrundwissen über das Land und seine Geschichte erhalten möchte, dem sei der von Lambert Schneider und Christoph Höcker verfaßte DuMont Kunstreiseführer „Griechisches Festland“ (Neuauflage ISBN 3-7701-2936-9, 25,90 €) empfohlen. Da werden sorgfältig die glanzvollen antiken und byzantinischen Monumente erläutert, doch auch eindringlich darauf hingewiesen, wie jung letztlich der griechische Staat ist, daß z. B. Saloniki zusammen mit weiten Teilen Mittel- und Nordgriechenlands, also gerade den meisten Teilen, die diese Kartenserien abdecken, noch bis 1912 zum osmanischen Reich gehört haben. Das darf man bei Urteilen über Erscheinungen des täglichen Lebens nie aus dem Auge verlieren. Vom gleichen Autor sind ähnliche Führer über den Peloponnes und über Kreta erschienen.

 

Abschließend möchte ich zusammenfassen: Wandern in Griechenland ist reizvoll, aber auch eine Herausforderung. In den Dörfern und kleinen Städten werden die Wanderer freundlich empfangen und man kann mit Hilfe beim Übernachten rechnen. Doch man darf nur begrenzt auf Ratschläge zum Weg hören. Zu Fuß durch die Landschaft gehen, kommt vielen Griechen sonderbar vor. Das Bild vieler Orte wird meist von etwas lieblosen Neubauten der letzten Jahre geprägt. Doch auch da hat ein Umdenken begonnen, werden in den historischen Stadtkernen und ländlichen Zentren die schönen alten Häuser der Stadtaristokratie, die sogenannten „archontikoi“, unter Schutz gestellt, mit öffentlichen Mitteln wiederhergestellt und oft auch zugänglich gemacht. Resümee: Noch sind in Griechenland Gastfreundschaft und Fremdenfreundlichkeit keine leeren Worte, sondern gute lebendige Traditionen. Das „Netzwerk“ würde sich über Berichte mit aktuellen Wandererfahrungen freuen!

 

Fotos: Bettina Heidemann

 

 

Großbritannien

        Allgemeine wesentliche Informationen

        http://www.erdkunde-online.de/0571.htm   Kostenpflichtig!

 

        Interaktive Liste mit umfangreichen Informationen und Landkarte

         http://de.wikipedia.org/wiki/Grossbritannien

 

        Sehr umfassende Länderinformationen mit vielen weiterführenden Links

        http://www.lexas.net/laender/europa/grossbritannien/index.asp

 

         www.auswaertiges-amt.de/

 

Wandern in Großbritannien: wo darf man?

 

Von Walter Brückner

 

1. Schottland

 

Von alters her gibt es in Schottland den freien Zugang zu allem unbebauten Land. Und auch in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten wird dieses traditionelle Gewohnheitsrecht im allgemeinen respektiert. Selbst die Verwalter und Besitzer der großen Güter akzeptieren es, wobei natürlich verantwortliches Verhalten erwartet wird. Schwierigkeiten gibt es höchstens, wenn solche Güter in den Händen ausländischer Millionäre oder von Banken und Versicherungen sind, die diese Tradition nicht kennen oder denen sie nichts bedeutet. Einschränkungen gibt es für manche Gebiete allerdings während der Jagdzeit auf Moorhühner oder Hirsche, da viele Güter auf die Einnahmen daraus angewiesen sind. Da freier Zugang herrscht, gab es keinen großen Bedarf an offiziellen Langstreckenwanderwegen, und so gibt es auch derzeit nur eine Handvoll. Man ist auf seinen Wanderungen auch nicht an Wege oder Pfade gebunden.

 

2. England und Wales

 

Hier bietet sich ein völlig anderes Bild. In diesen dicht besiedelten Gebieten ist der größte Teil des Landes entweder in Privatbesitz oder wird privat genutzt. Betreten werden darf Gelände nur, wenn ein offizielles Wegerecht besteht oder der Nutzer das erlaubt. Bei den örtlichen Behörden, die für öffentlichen Straßen zuständig sind, gibt es Karten, in denen die meisten bekannten Wegerechte des betreffenden Gebietes eingetragen sind. Da es für viele Leute unzumutbar oder auch schlechterdings unmöglich ist, vor einer Wanderung diese Karten einzusehen und zu überprüfen, ob für die geplanten Wege ein Wegerecht besteht, hat man schließlich das staatliche Vermessungsamt (Ordnance Survey = OS) dazu verpflichtet, offizielle Wegerechte in alle 1:50.000 und 1:25.000 Karten einzutragen.

 

Allerdings heißt das nicht, dass ein in der Karte angezeigter Weg in der Natur auch erkennbar oder begehbar ist. Kontrollen haben gezeigt, dass im Durchschnitt alle 4 km ein Hindernis auftritt, das das Begehen erschwert oder unmöglich macht. So können Wege völlig zugewachsen sein, an der Küste oder an Bächen abgerutscht oder weggeschwemmt sein Stege nicht erneuert, Zaunübergänge verbarrikadiert, Verbotsschilder unrechtmäßig aufgestellt sein und, und, und ...

 

 

Viele Wege führen nicht nur über Farmgelände, sondern mitten durch die Höfe, was den Bauern in den meisten Fällen überhaupt nicht passt. So versucht manch einer Leute bewusst abzuschrecken, indem er seine Hunde frei laufen lässt, Bullen auf einer Weide hat durch die der Pfad führt oder den Weg umpflügt und einsät. Das Umpflügen ist an sich nicht erlaubt. Wenn es aber unumgänglich ist, muss der Pfad eigentlich innerhalb eines Tages anständig wieder her gestellt werden, was natürlich häufig nicht geschieht. Viele Wanderer scheuen sich mitten durch hochgewachsenes Getreide oder Raps usw. zu laufen. Man weiß ja auch nie ob nicht irgendwelche unangenehmen Pflanzenschutzmittel gesprüht wurden.

 

 

Überall wo ein Wegerecht eine Straße berührt, sollte eigentlich ein Wegweiser stehen. Selbst wenn das der Fall ist, ist er nicht immer hilfreich, weil häufig außer " Öffentlicher Fußweg " nichts weiter angegeben ist. Fußwege werden inzwischen oft durch gelbe Pfeile markiert, weitere Informationen fehlen aber meist auch hier. So ist es nur zu verständlich, dass der Bedarf an offiziellen und möglichst markierten längeren Wanderwegen ungeheuer groß war und ist. In den letzten 30 Jahren ist die Zahl der in Führern beschriebenen Wanderungen regelrecht explodiert. Immer neue Strecken werden erwandert, zusammengestellt und beschrieben.

 

Maßgeblich beteiligt an dieser Entwicklung war Tom Stephenson, Journalist und späterer erster hauptamtlicher Geschäftsführer des größten britischen Wandervereins, der „Ramblers". Er kämpfte nicht nur für die Einrichtung von Nationalparks, sondern träumte schon 1935 von einem „langen, grünen Pfad" auf dem Rückgrat von England. Er fand schnell begeisterte Unterstützung, aber die konservative Regierung blockte - wie seit Jahrzehnten - alles ab. Seine Chance kam nach dem 2. Weltkrieg, als die britische Arbeiterpartei ( Labour ) die neue Regierung stellte. Bewusst oder unbewusst handelte Stephenson ähnlich wie John Muir, der berühmteste aller amerikanischen Naturschützer, wenn er sein geliebtes Yosemite Tal schützen wollte. Jedes Mal wenn es in Gefahr war, lud er den amerikanischen Präsidenten ins Tal ein, führte ihn herum, zeigte ihm die Schönheiten und diskutierte mit Eifer und Begeisterung. Lange Zeit hatte er damit Erfolg. Stephenson lud hochrangige Politiker und Beamte der neuen Regierung zu einer mehrtägigen Wanderung in den Pennines ein, bei der dann die Fragen des Natur- und Landschaftsschutzes und des Zutritts der Öffentlichkeit zu den ausgedehnten „Wildnis"-Gebieten eingehend diskutiert wurden.

 

Als Folge wurde im Gesetz "National Parks and Access to the Countryside" von 1949 die Einrichtung von National Parks beschlossen und die Einrichtung von Langstreckenwanderwegen ( heute: National Trails ) ermöglicht. Es dauerte

aber noch bis zum 24. 4. 1965 bis mit dem von Stephenson angedachten "Pennine Way" der erste Langstreckenwanderweg eröffnet wurde. Von da an gab es kein Halten mehr. Das eigentliche Ziel aber, nämlich freier Zutritt zu allen offenen und landwirtschaftlich nicht genutzten Gebieten war damit noch nicht erreicht und wurde von den nachfolgenden konservativen Regierungen verhindert.

Erst Tony Blair und "New Labour" versprachen im Wahlkampf das für den Fall ihres Sieges. Nachdem Labour die Wahl mit absoluter Mehrheit gewonnen hatte, ging man tatsächlich daran, das Versprechen einzulösen. Die Farmer- und Grundbesitzerlobby kämpfte aufopferungsvoll. Wenn man das Gesetz schon nicht verhindern konnte, wollte man es verzögern und soweit verwässern, dass es wirkungslos gewesen wäre. Glücklicherweise gab es nur kleinere Veränderungen und im November 2000 wurde das neue Gesetz "Countryside and Rights of Way Act" verabschiedet. Über 100 Jahre Kampf waren endlich erfolgreich gewesen. Tatsächlich wird es aber noch bis etwa 2004 dauern, bis der freie Zutritt möglich ist, denn alle Gebiete, die von diesem Gesetz betroffen sind, müssen erst bestimmt und auf den Karten der entsprechenden Gebiete ausgewiesen werden. Hoffen wir, dass es keine weiteren Verzögerungen gibt und dass später auch alle jetzt noch ausgeschlossenen Gebiete zugänglich werden.

 

3. Informationen von und über Wanderwege

 

Beim deutschen Büro der britischen Tourismusbehörde ( British Tourist Authority ) in Frankfurt/Main (Adresse im Anhang ) erhält man kostenlos die Broschüre "Großbritannien für Wanderer`, die 61 Langstreckenwanderwege kurz vorstellt und anhand einer Übersichtskarte zeigt, wo sie liegen. Weitere Infos bietet das Jahrbuch des größten britischen Wandervereins, der Ramblers oder das "Longdistance Walkers' Handbook". Die Ramblers nennen auch eine Reihe von Führern für jeden Wanderweg, aber natürlich sind sie alle in englischer Sprache. Bestellungen erledigt man am besten per Fax oder Internet. Die größeren Firmen sind inzwischen alle im Internet. Man kann dort das Angebot studieren, bestellen und mit Kreditkarte bezahlen.

 

4. Adressen

 

British Tourist Authority - Urlaubsservice Großbritannien

Westendstr. 16 – 22, 60325 Frankfurt/ Main, Tel.: 01801/468642 ( zum Ortstarif ), Fax: 069-97 112444 Email: gb-info c@bta.org.uk

The Ramblers Association, 2nd Floor, Camelford House, 87-90 Albert Embankment, London SE1 7TW England,

Tel.: 0044 20 7339 8500, Fax: 0044 20 7339 8501

mailto:ramblers@london.ramblers.org.uk, Internet: www.ramblers.org.uk

Long Distance Walker Association für Literatur und Ware: www.Idwa.org.uk

Stanfords ( Wanderführer und alle OS Wanderkarten }

12-14 Long Acre, Covent Garden, London WC2E 9LP England

Mail order: Tel.: 0044 20 7836 1321, Fax: 0044 20 7836 0189

mailto:sales@stanfords.co.uk, Internet: www.stanfords.co.uk

The Map Shop, 15 High Street, Upton upon Severn, Worcs. WR8 OHJ England

Tel: 0044 1684 593146, Fax: 00441684 594559

mailto:themapshop@bintemet.com, Internet: www.themapshop.co.uk

empfehlenswert auch: www.heffers.co.uk - hier meldet sich blackwell's, da die Großbuchhandlung Heffers in Cambridge von der Blackwell Kette übernommen wurde

oder: www.cordee.co.uk Cordee ist der größte Händler für Wander-, Reise- und Sportliteratur in GB

 

Schottland

Beschreibungen der Regionen. (Sprache: Englisch)

http://www.scottish-enterprise.com

 

Erschienen in "Mitteilungsblatt" des Vereins

Netzwerk Weitwandern e.V. Ausgabe 9 - Dezember 2002

 

Ländersplitter

 

Von Dr. Lutz Heidemann

 

Von den Entwicklungen der Wege und den unterschiedlichen Verhältnissen in England und Schottland hat Walter Brückner ausführlich im Dezember 2002 in Nr 9 der „Mitteilungen“ berichtet. Da hat er auch Angaben gemacht, wie Bücher aus England bezogen werden können. Gerade ist die 70. Ausgabe von „Walk Britain – The handbook and accommodation guide of the Ramblers Association“ erschienen. Das Angebot ist enorm. Wer sich einem deutschsprachigen Führer anvertrauen will, sei auf jüngere Veröffentlichungen des Conrad Stein Verlages verwiesen: 1999 kam die Wegebeschreibung des „Pennine Way“ heraus, des ersten, 1965 eröffneten Fernwanderweges in Großbritannien. Im Jahr 2000 folgte im Verlag ein Führer über den „Offas Dyke Path“ in Wales und für Schottland erschien 2004 als dritte überarbeitete Ausgabe eine Veröffentlichung über den „West Highland Way“ in Schottland. So liegen nun aus drei Teilen des Vereinigten Königsreiches „Einstiegshilfen“ für deutsche Wanderinteressierte vor. Jedes der drei Outdoor Handbücher kostet 12.90 €. Eine dritte Auflage deutet auf Nachfrage hin! 

 

Erschienen in "Wege und Ziele" Zeitschrift des Vereins

Netzwerk Weitwandern e.V. Ausgabe 16 - Dezember 2004

 

Irland

        Allgemeine wesentliche Informationen

        http://www.erdkunde-online.de/0651.htm   Kostenpflichtig!

 

        Interaktive Liste mit umfangreichen Informationen und Landkarte

         http://de.wikipedia.org/wiki/Irland

 

        Beschreibungen der Regionen. (Sprache: Deutsch, Englisch)

          http://www.irland-ferien.de/info/info_infrastructure_region

          .html#regions

 

        Sehr umfassende Länderinformationen mit vielen weiterführenden Links

        http://www.lexas.net/laender/europa/irland/index.asp

 

         www.auswaertiges-amt.de/

 

Island

        Allgemeine wesentliche Informationen

        http://www.erdkunde-online.de/0661.htm   Kostenpflichtig!

 

        Interaktive Liste mit umfangreichen Informationen und Landkarte

         http://de.wikipedia.org/wiki/Island

 

        Sehr umfassende Länderinformationen mit vielen weiterführenden Links

        http://www.lexas.net/laender/europa/island/index.asp

 

         www.auswaertiges-amt.de/

 

Italien

        Allgemeine wesentliche Informationen

        http://www.erdkunde-online.de/0681.htm   Kostenpflichtig!

 

        Interaktive Liste mit umfangreichen Informationen und Landkarte

         http://de.wikipedia.org/wiki/Italien

 

        Allgemeine Informationen: http://www.italienplus.de

 

        Sehr umfassende Länderinformationen mit vielen weiterführenden Links

        http://www.lexas.net/laender/europa/italien/index.asp

 

         www.auswaertiges-amt.de/

 

Ländersplitter

 

Von Dr. Lutz Heidemann

 

In Italien scheint die Fähigkeit zur internen Abstimmung nicht hoch entwickelt zu sein; die „via alpina“ mit ihrem gut strukturiertem Angebot ist wohl wenigstens abschnittsweise an den anderen dort agierenden Wanderverbänden vorbei geplant worden. In Bechyne hörten wir, daß als E 5 ein weiterer Europäischer Fernwanderweg vorbereitet wird. Vom ligurischen Naturpark Aveto wurde ein im Jahr 2000 erschienener Kurzführer verteilt. Mehr Informationen zu diesem speziellen Thema findet man auf den gut gemachten italienischen Internet-Präsentationen z.B. www.parks.it/grandi.itinerari oder www.altaviadeimontiliguri.it

 

Erschienen in "Wege und Ziele" Zeitschrift des Vereins

Netzwerk Weitwandern e.V. Ausgabe 15 - August 2004

 

 

Die GTA - Weitwandern in Piemont

 

Von Michael Kleider (M.A.)

 

„Die „Grande Traversata delle Alpi“ (GTA) ist ein Weitwanderweg in Piemont, der beim Lago Maggiore beginnt und parallel zum Alpenhauptkamm nach Süden verläuft. Er endet dort, wo die Alpen in den ligurischen Apennin übergehen und verläuft dabei fast ausschließlich durch touristisch unerschlossene Alpentäler. Die Tagesetappen führen dabei meistens von einem Talort über einen alten Paßweg in einen anderen Talort. Ein Zufall ?

 

Nein, denn die bewußte Umgehung der wenigen touristischen Zentren, die Wegwahl und die Übernachtung in einem Bergbauerndorf sind Teile eines Konzepts, dem die GTA folgt.

 

Die Bergregionen des Piemont - insbesondere die Provinz Cuneo - sind seit langem von „spopolamento“ (der Begriff drückt neben der Entvölkerung auch den damit verbundenen Zusammenbruch von Wirtschaft und Gesellschaft aus) geprägt. Nach der italienischen Einigung, der Verlegung der nationalen Grenze auf den Alpenhauptkamm und der damit verbundenen Abwertung zur nationalen Peripherie, erfolgte der Zusammenbruch der traditionellen Autarkiewirtschaft und Bergbauernkultur in den piemontesischen Alpentälern. Die Folge war ein andauernder Bevölkerungsverlust, einige Täler verloren seit 1871 mehr als 50 % ihrer Einwohner.

 

Mit der Idee einer „sanften“ und nachhaltigen Entwicklung propagiert die GTA die Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen. Keine Großstrukturen und auswärtige Kapitalgeber, sondern einheimische Leute sollen die Initiative ergreifen und von der GTA profitieren. Die Reduzierung der Abwanderung aus ökonomischen Gründen, verbunden mit der sozialen Aufwertung des Lebensraumes, ist das Ziel der GTA.

 

Auf dieses Ziel hin sind die Wegwahl und die Unterkunftsmöglichkeiten ausgerichtet. Übernachtet wird in sogenannten Posti Tappa, meist kleine, familiäre Hotels, oder einfache Etappenunterkünfte. Die Übernachtung in einem Bergbauerndorf sorgt dafür, daß der Ertrag „vor Ort“ verbleibt.

 

Die GTA verläuft auf ehemaligen Saumpfaden, Bergbauernwegen und Militärstraßen. Dadurch mußten keine neuen Wege angelegt werden und die bestehenden sind gegen Trittschäden geschützt.

 

Auf diesen historischen Wege sind allerorts die Überreste der traditionellen Lebensweise und Landnutzung zu sehen. Einheitliche Ortsbilder mit Steindächern, ehemalige Backöfen und steingefasste Brunnen sind ebenso zu entdecken, wie Almen, ehemalige Ackerterassen, sowie weitere Zeugen einer untergehenden Kulturlandschaft. Der Unterschied Natur- und Kulturlandschaft wird kennen und verstehen gelernt, ebenso was Abwanderung und Landschaftsverwilderung für eine Region bedeutet.

 

Dabei verläuft die GTA großteils durch den okzitanischen Sprach- und Kulturraum. Dieser umfasst Südfrankreich und reicht über die französisch-italienische Grenze in die piemontesischen Alpentäler hinein. Die Sprachgrenze entspricht in etwa dem Alpenrand.

 

Durch die gesetzliche Anerkennung der okzitanischen Minderheit seit 1999 erlebt die okzitanische Sprache und Kultur derzeit einen gewissen Aufschwung. Ein Tourismus in nachhaltiger Form trägt dazu bei, die kulturelle Identität zu stärken (durch steigendes Interesse von außen) und die okzitanische Kultur in Wert zu setzen (Vermarktung okzitanischer Erzeugnisse).

 

Auch landschaftlich kommt der Wanderer voll auf seine Kosten. Zum Beispiel bei den grandiosen Aussichten auf die Gebirgsmassive des Monviso, Monte Rosa, Gran Paradiso oder der sogenannten „Dolomiten von Cuneo“.

 

Im Mai 2003 werden im Rotpunktverlag Zürich die beiden völlig neu überarbeiteten GTA-Wanderführer (Nord- und Südteil) vom renommierten Alpenkenner Prof. Dr. Werner Bätzing erscheinen. Diese 4. Auflage unterscheidet sich stark von der 3. Auflage des GTA-Führers: