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Zuletzt aktualisiert am: 21.08.08 |
Europ Alpen A AL AND B BG BIH BY CH CY CZ D DK E EST F FIN FL GB GR H HR I IRL IS L LT LV M MC MD MK N NL P PL RO RSM RUS S SK SLO TR UKR V YU
W a n d e r b e r i c h t e - D e u t s c h l a n d
Inhaltsverzeichnis: • Der Maximiliansweg Von Hans Diem • Mit den Augen der Eifel Von Tilman Kleinheins • Wanderbedingungen in Nordthüringen Von Dr. Lutz Heidemann • Der König - Ludwig - Weg Von Günther Krämer Von Willi und Helga Großkopf 66 Seen erwandert man auf einem Weg um Von Dr. Roland H. Knauer • Wanderbericht - Der Europäische Ferwanderweg 9
in Mecklenburg-Vorpommern - Ein Flop! Von Lutz Heidemann • Wandern "auf hohem Niveau" - Erfahrungen vom neuen Rheinsteig Von Lutz Heidemann • Mit dem Zelt von Lenggries nach Von Markus Mohr Von Gerhard Wandel • Der Hunsrück - Terra incognita Von Werner Hohn
Eine Überschreitung der deutschen Alpen von Lindau nach Berchtesgaden
Von Hans Diem
Die Wegbeschreibung von Hans Diem kann bestellt werden bei ALPINA-Buchversand, Postfach 1211, D-85606 Aschheim.
Der
Maximiliansweg ist ein aussichtsreicher Balkonweg am Nordrand der Alpen,
einerseits mit Tiefblick auf das bayrische
Auf der originalen „Gipfelroute“ steigen erfahrene Bergwanderer mehrmals über felsige Grate und Gipfel, weniger ehrgeizige können auf der leichteren „Jochroute“ diese Teilstrecken meiden und umgehen.
Der Maximiliansweg als Frühjahrstour Hans Diem mit Zeltausrüstung im Mai 1998
Ab Sonthofen steige ich als Abstecher auf den freistehenden Grünten 1738 m, da war seinerzeit auch Max II. oben, der Gipfel bietet ein sensationelles Panorama. Der Weiterweg zieht aus blühenden Blumenwiesen hinauf zu Tiefenbacher Eck und Spieser 1651 m, oben lastet noch schwer der nasse Frühjahrsschnee. Nach einer gemütlichen Einkehr in Unterjoch marschiere ich dann im flachen Vilstal mit langen Beinen flott auf Pfronten zu. Großeinkauf im Supermarkt, die Hälfte gegessen, den Rest in den Rucksack. Schon bin ich im Aufstieg zum Falkenstein mit Ruine, weiter über den schroffen Zwölferkopf 1293 m mit schönsten Ausblicken nach Füssen am Lech, eine sehenswerte Kleinstadt.
Der Weiterweg über den Feigenkopf zieht über steilen Grasflanken am und auf dem Grat schön hinauf zur Klammspitze 1924 m. Aber der steile Abstieg ist voll Schnee, bei größter Vorsicht und mit den Steigeisen komme ich sicher hinab. Von der Brunnenkopf-Hütte kurz auf den Brunnenkopf 1718 m gestiegen, der war auch ein Ziel von König Max. Hier war schließlich sein Jagdgebiet, vom Jagdhaus in Linderhof konnte er auf einem Reitweg weit hinauf reiten auf kleinen Norweger Pferden. Über den Hennenkopf 1768 m komme ich schneefrei zum Teufelstättkopf 1758 m. Da zelte ich gut am Waldrand, am Morgen weckt mich das Balzen einer Schar Birkhühner. Ich schaue ihnen lange zu und stiege dann ab ins urige Unterammergau. Es folgt der Aufstieg zum Hörnle 1548 m mit Hütte und wunderbarem Ausblick, Abstieg neben einer riesigen Mure nach Grafenaschau und dann 2 Stunden lang flott auf einer Teerstraße nach Eschenlohe marschiert mit Blick auf das blumenreiche Murnauer Moos.
Wenn sich
damals die hohe Reisegesellschaft vortrefflich amüsiert hat auf ihrer
Alpenreise, so habe ich mich königlich belohnt gefühlt. Mit etwas Geld, dem
Rucksack, dem Zelt, dem Frühjahrsschnee, dem Alleinsein auf den hohen Wegen bin
ich gut zurecht gekommen, habe mich stark gefühlt und viel jubelnde Freude gespürt.
Solch gute Erfahrungen wünsche ich jedem MaxWeg-Begeher.
Aktuelle Ergänzungen von Hans Diem zum Maximiliansweg (Stand: Frühjahr 2005)
Die Route, die 1991 vom Deutschen Alpenverein festgelegt wurde, ist meist mit lokalen Wegweisern versehen, aber nicht als „MaxWeg“ markiert und auch nur gelegentlich mit DAV-Tafeln „Maximiliansweg - E4“ versehen. Entgegen meiner Mitteilung schreibt Herr Froelich vom DAV in seinem Grußwort auf Seite 8 der Wegbeschreibung, er habe die Markierung des Weges organisiert. Im Juni 2000 war dieser Zustand wie 1998.
Änderungen am Wegverlauf sind auszuschließen. Dagegen sind Änderungen von Hüttenpächtern und Hütten-Telefonnummern ständig zu befürchten, da hilft nur eine aktuelle Rückfrage beim Alpenverein.
Im Juni 2000 war ich auf dem MaxWeg und hatte notiert:
1. Seite 33: Vereinfachte Wegführung zwischen Lindau und Bregenz durch eine neue Fußgängerbrücke über den Bach Leiblach.
2. Seite 45: Neue Wegführung von Gunzesried nach Sonthofen durch einen neu angelegten und beschilderten Weg ab dem Mauthäusle am Hüttenberger Eck.
3. Seite 107: Kenzen-Hütte, neue Hütten-Telefonnummer 08368-390
4.
Seite 110: Kessel-Alm, neue Telefonnummer 08028-2602
Im Grundsatz gilt, dass jede Angabe zur Infrastruktur von einer Woche auf die andere überholt sein kann. Der MaxWeg ist da im Vorteil, weil sich in kurzen Abständen 58 Dörfer und Hütten anbieten für 22 Tage.
Erschienen in "Wege und Ziele" Zeitschrift des Vereins Netzwerk Weitwandern e.V. Ausgabe 16 - April 2005
Auf dem Karl-Kaufmann-Weg vom Ahrtal an die Mosel
Von Tilman Kleinheins
Zuerst Zahlen und Fakten: 16 Hauptwanderwege, 4 Regionalwanderwege, 4 Fernwanderwege und 1 Weitwanderweg durchziehen laut offiziellem Führer, 38. Auflage, die Eifel. Viele Tausende markierte Kilometer Wandern. Das Wanderkartenwerk des Eifelvereins umfasst 40 Blätter im Meßtischmaßstab und 7 Blätter der 2 cm – Karten. Höchste Erhebung: Hohe Acht mit 747 m N.N., gelegen in der Hohen Eifel. Im Norden begrenzt von der Linie Bonn – Euskirchen – Aachen, im Osten und im Süden nasse Grenzen mit Rhein und Mosel. Nach Westen sind der Fortsetzung des Naturraums Eifel nur menschliche Grenzen gesetzt, an sich sind Hohes Venn und Luxemburger Land Bestandteil der gleichen erdgeschichtlichen Entwicklung.
Nach
den Fakten die Frage: wie kommt unsereins auf die Idee, ausgerechnet in einer
ganz bestimmten Region wandern zu wollen und nicht in einer ganz anderen. Durch
welche Einflüsse reift meist binnen Wochen und Monaten der Entschluß, wird
konkreter, äußert sich schließlich im Kauf von Wanderkarten und Führern ?
Bis
Der HWW 2, Karl – Kaufmann – Weg, Brühl – Trier, 183 km
Alle kleine Schumachers
Woran´s lag? In erster Linie natürlich an der Vielfalt der durchwanderten Landschaftsformen. Und davon bietet der Karl – Kaufmann – Weg jede Menge. Bereits im offiziellen Eifelführer von 1911 behaupten die Verfasser, der sogenannte Eifelhöhenweg sei „die schönste [Wanderung] in der Eifel.“ Nach dem Ahrtal Richtung Süden in die Hocheifel, die mich mit gefrierpunktnahen Zeltnächten überrascht. Herrliche Fernblicke ringsum und bis hinüber ins Siebengebirge vom Kaiser-Wilhelm-Turm auf der Hohen Acht (747 m), zehn Kilometer später kompletter Szenenwechsel: der Nürburgring, oder kurz, wie der Eifeler sagt, „der Ring“. Wirtschaftsfaktor Nr.1 in der fast ausschließlich agrarisch geprägten Region, es dreht sich einfach alles um ihn. Als ich dort vorbeikomme auch auf ihm, denn es ist Familientag. VaterMutterKind im Astra Kombi schleichen über den legendenumwobenen Asphalt, während jede Menge Hobby – Röhrls das Letzte aus ihren Motoren herausholen. Haarsträubende Überholmanöver und schlimme Unfälle sind die Folge. Kein Zufall ist auch die traurige Spitzenposition des Landkreises Ahrweiler, der alljährlich und im Verhältnis zur Einwohnerzahl die meisten Verkehrsunfalltoten ganz Deutschlands zu beklagen hat. Alle kleine Schumachers !
Maare und Burgen
Schon
der nächste Tag bringt neue Landschaftsform: das Liesertal bei Manderscheid.
Vorher aber bei bestem Wanderwetter über Brockscheid (bekannte Glockengießerei
) und Eckfeld, vorbei am ehemaligen Kloster Buchholz (wo der Abfallcontainer des
Friedhofes brennt und ich die Feuerwehr per Handy alarmiere) zum „Belvedere“
über Manderscheid. Oberburg und Niederburg ( letztere im Besitz des
Eifelvereins), zwei mächtige Ruinenanlagen aus dem 10. und 12. Jahrhundert in
unmittelbarer Nachbarschaft, prägen die Umgebung Manderscheids ebenso, wie
Liesertal und das Tal der Kleinen Kyll. Plötzlich läuft man auf
Serpentinenpfaden, über Holzbrücken die Bachseite wechselnd oder an herrlichen
Aussichtspunkten vorbei. Wegführung und Charakteristik des „2ers“ gefielen
mir ab hier bis nach Dreis im Salm – Tal besonders gut. Nicht zuletzt wegen
des hervorragenden Klosterbiers, das vermutlich schon lange nicht mehr von der
Zisterzienser – Bruderschaft
Trierer Wallfahrt
Ein Wiesenrand unweit der Gemeinde Niederkail ist für heute mein „Campingplatz“. Der Pächter schaut fragend aus seinem Suzuki Jeep heraus, lässt mich aber in Ruhe, als ich ihm glaubhaft versichere: kein offenes Feuer, kein Müll, alleine und morgen in aller Frühe wieder weg. Weit weniger zu beeinflussen ist der Lärm der F 16 und anderer amerikanischer Kampfjets, die von der unmittelbar benachbarten Airbase Spangdahlem aus zu Übungsflügen aufsteigen. Es gibt jedoch die Vereinbarung, nachts nicht zu fliegen. Nicht wenige der hiesigen Eifeler haben Beschäftigung rund um den Standort gefunden. So wird die jüngst von der Bush - Regierung getroffene Entscheidung, die Truppenstärke in Spangdahlem ( = Doppelort: Spang und Dahlem) zugunsten Rammsteins zu reduzieren, wenig begeistert aufgenommen. Freude über den Abzug bleibt den Hippies vorbehalten, erklärt mir ein Jogger, dessen Arbeitsplatz ebenfalls gefährdet ist.
Der
Weiterweg durchs Salmtal könnte idyllischer nicht sein. In den Orten Bruck und
Dreis ist den sommerlichen Temperaturen entsprechende Stille eingekehrt.
Während keiner anderen Mittelgebirgstour in Deutschland bin ich übrigens so
leicht mit den Menschen ins Gespräch gekommen, wie in der Eifel. Annähernd
allen mit denen ich sprach, war der Karl – Kaufmann – Weg bekannt, nicht
wenige waren große Teile davon selbst schon gelaufen. Hier wird die gute
Einrichtung des Eifelvereins als Heimatsinn stiftende Institution sichtbar. Gilt
doch sonst beim Streckenwandern in der Regel der Satz: Frag nie einen
Einheimischen! Bekannt war der Weg auch wegen der jährlich stattfindenden
Pilgerfahrt von Blankenheim (Ahrtal – Quelle) nach Trier zur Grablege des
Apostels
Das erste Haus in Quint ist das des Försters, der meine Frage nach möglichem Zeltplatz auf seiner Wiese sehr bestimmt ablehnt, sieht er in mir doch eher einen Bruder der Landstraße. Erst nach gutem Zureden, überlässt er mir 5 qm.
Der
nächste Tag verspricht mit dem Moseltal erneut veränderte Blicke und
Landschaft. Zusammen mit dem linksführenden Moselhöhenweg läuft der Karl –
Kaufmann – Weg das auf und ab der Moselhöhen aus. Ehrang und Biewer bleiben
die einzigen Orte, bevor mich der Felsenpfad zum hochgelegenen Weißen Haus
(Gasthaus) und hinunter zur Moselbrücke führt. Bei der End- wie Anfangspunkt
anzeigenden Orientierungstafel am Beginn der Brücke, ohne die einer
Streckentour etwas wichtiges fehlte, bleibe ich länger stehen und lese:
Endpunkt auch des Josef-Schramm-Weges
Ein Landstrich, in dem Wanderer vom Weg weg von Mitmenschen zum Frühstück nach Hause eingeladen werden („Komm Jong, mach Dir en Käs-Schmier!“) will wiederbesucht sein. Der „6er“ steht auf dem Programm 2005.
Erschienen in "Wege und Ziele" Zeitschrift des Vereins Netzwerk Weitwandern e.V. Ausgabe 15 - Dezember 2004
Wanderbedingungen in Nordthüringen
Von Dr. Lutz Heidemann
Bei dem Stichwort „Wandern in Thüringen“ denken viele zuerst an den etwa 170 km langen Rennsteig, den Höhenweg auf dem Thüringer Wald. Doch für Weitwanderer, die etwas mehr Einsamkeit und vielseitigere Landschaft schätzen, gibt es als reizvollere Alternative z. B. einen ebenfalls im Raum Eisenach beginnenden Weg, der zuerst durch den Hainich führt, dann am Nordrand des Thüringer Beckens entlanggeht und bei Heldrungen die Unstrut überquert. Dieser Nordrand wird durch eine Kette immer schmaler werdender Bergrücken markiert. Zuletzt wanderten man über die nur wenige hundert Meter breite Schmücke und den Kalkrücken zwischen Eckartsberga und Bad Sulza und gelangten nach zehn Tagen zu Ilm und Saale.
Meine
Frau und ich sind diese Strecke im Frühjahr 2000 gewandert. Das Ausgangsgebiet
für unsere kurzfristig vorbereitete Oster-Tour war der Hainich, ein
außergewöhnlich großer Buchenwald und aus diesem Grund seit
Die Strecke war gut trassiert, d.h. abwechslungsreich geführt. Überwiegend war es ein Kammweg. Es machte Spaß, entlag der Waldränder zu gehen. Reizvoll waren die Ausblicke in das weite, leicht gewellte thüringische Becken. Auch die Markierung war gut. Eher beobachteten wir ein Übermaß an Markierungen und Schildchen, denn oft existierten Parallelführungen mit anderen Wanderwegen. Es gab ausreichend Zu- und Abwege von der Hauptstrecke. Probleme mit der Markierung gab es höchstens in geschlossenen Ortschaften.
Wir durchquerten die ehemalige Freie Reichsstadt Mühlhausen, die Residenzstadt Sondershausen, kleine Städte und Marktflecken, stattliche Dörfer und kamen an mittelalterlichen Burgen und Klöstern vorbei. In Frankenhausen sahen wir uns in dem „Panorama-Museum“ über der Stadt das 123 m mal 14 m messende Rundbild an, das von dem Maler Werner Tübke mit wenigen Gehilfen bis 1987 fertiggestellt wurde und auf dem er, ausgehend von der an dieser Stelle stattgefundenen Metzelei im Bauernkrieg von 1525, ein vielfiguriges „Welttheater“ des 16. Jahrhunderts gestaltet hat.
Thüringen
ist ein reizvolles Wanderland. Die von der DDR-Wirtschaft verursachten
Landschaftsschäden sind
Neben dem eingangs erwähnten Rennsteig und der von uns begangenen Wegefolge in Nordthüringen gibt es noch mehrere andere Hauptwanderwege. Sehr reizvoll stelle ich mir den Weg auf den Saale- Höhen vor. Die Orte am Fluß haben alle einen von der Geschichte geprägten Charakter: z. B. Saalfeld, Rudolstadt, Kahla, Jena, Dornburg und Bad Kösen. Bei Naumburg mündet die Unstrut in die Saale und auch dieser Fluß wird von einem Weitwanderweg begleitet. Am Nordrand von Thüringen , z.T. wohl schon auf dem Gebiet von Sachsen-Anhalt verläuft der Karstwanderweg mit einer, wie der Name andeutet, charakteristischen Landschaftsstruktur und Pflanzenwelt.
In
dem Internet-Angebot von „ www.wanderbares.deutschland.de“ wird neben
dem altbekannten Rennsteig auch ein „Thüringenweg“ vorgestellt, der in 23
Etappen von Altenburg im Osten nach Creuzburg an der Werra reicht. Von der
Residenzstadt Altenburg werden die Wanderer nach Gera in die nächste
Residenzstadt geführt, gehen
Für
die Wege und ihre Markierungen engagieren sich in Thüringen die Mitglieder
vieler örtlicher Vereine. Nach der Wende wurden die alten Wander- und
Gebirgsvereine wiedergegründet. Da gab es räumliche Überschneidungen. Der
Rennsteigverein deckt nur den Kern des Thüringer Waldes ab. Hinzu kamen der
1880 gegründete Thüringerwaldverein und der Thüringer Gebirgs- und
Wanderverein. Nun haben die deutschen Vereine die Tradition, sich an „ihren“
Gebirgen und nicht an politisch-administrativen Grenzen zu orientieren. Das
erschwert z. B. die Kooperation mit staatlichen Organen oder
Fremdenverkehrsverbänden. Deshalb haben sich die Thüringer Vereine seit
einiger Zeit mit den angrenzenden Gebirgsvereinen unter dem Dach eines „Landesverbandes
Thüringen“ zusammengeschlossen. Die Struktur dieses Verbandes läßt sich auf
ihrer Homepage unter www.wanderverband-thueringen.de nachvollziehen. Es scheint
aber auch unterschiedliche Trägerschaften für die Wege zu geben, was sich auf
die Markierung und „Bewerbung“ auswirken wird. Der Saale- Orla- Weg
untersteht z. B. dem Landratsamt des Saale- Orla- Kreises, der Rennsteig dem
oben genannten Landesverband Thüringen. So tritt im Internet als Partner für
den Saale- Orla- Kreis der
Die Wegevielfalt in Thüringen ist groß. Wir bemerkten das bei unserer Wanderung. Der Nationalpark Hainich hat ein eigenes Wegesystem mit „niedlichen“ Symbolschildchen. Der über den Kamm verlaufende Weg heißt Rennstieg, eine Verwechslungsgefahr mit dem Rennsteig ist vorprogrammiert. Anschließend benutzten wir bis Bad Frankenhausen den schon 1930 eingerichteten Barbarossaweg. Träger dieses von Korbach bis zum Kyffhäuser reichenden Weges ist der Hessisch-Waldeckische Gebirgs- und Heimatverein. Dann folgten wir dem Dün-Hainleite-Weg. Zur Orientierung benutzten wir anfangs die über den Hainich bei ARTIFEX Langensalza herausgekommene Freizeitkarte Nr. 2; (dieser Verlag macht auch Karten über das mittlere Thüringen). Später griffen wir auf die ausgezeichneten Karten M. 1: 50.000 des Landesvermessungsamtes zurück, die wir in Buchhandlungen, z. B. in Mülhausen, kauften. Da wir zum Schluß auf der Grenze zu Sachsen-Anhalt wanderten, reichten diese Karten nicht weiter; gute Hilfe leistete das Faltblatt mit Wander-Karte 1: 75.000 „Untere IImaue“ (herausgegeben von der Stadtverwaltung Bad Sulza), das z. B. die Wegeverbindungen bis nach Dornburg mit seinen interessanten Schlössern enthielt. Damit hätte man auch entlang der Ilm bis Weimar oder über Bad Kösen nach Naumburg gelangen können.
Als
wir im Jahr 2000 wanderten, bekamen wir sehr umfangreiches Material für die
Übernachtungen von dem Tourismus Service Center. Das gibt es so nicht mehr, es
hat eine Nachfolge in der „Thüringer Tourismus GmbH“, Weimarische Straße
43, 99099 Erfurt Tel: 0361/ 37420 gefunden. In der entsprechenden Homepage „ www.thueringen-tourismus.de“
hatte ich Schwierigkeiten, Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten auf
Ortsebene zu finden.
Für diejenigen, die unsere Wanderung vom Jahr 2000 nachvollziehen wollen, sind nachfolgend unsere Etappen und Unterkünfte aufgelistet. Der Ausgangspunkt unserer Route und der Platz, wo wir das Auto stehengelassen hatten, war der Ortsteil Hütscheroda in der Gemeinde Behringen in der weiteren Umgebung von Eisenach, dort Übernachtung im Hotel Zum Herrenhaus Tel.: 036254/7200
Erschienen in "Mitteilungsblatt" Zeitschrift des Vereins Netzwerk Weitwandern e.V. Ausgabe 13 - April 2004
auch Luggi-Weg oder Postweg (?!) genannt
Von Günther Krämer
Seit
1977 ist dieser Weg als Weitwanderweg ausgeschildert und führt in mehreren
Varianten vom Gedenkkreuz im Starnberger See nach Füssen. Die Beschilderung ist
nicht immer gut. Bei der Routenwahl hilft manchmal Intuition, aber auf alle
Fälle immer die richtige Karte, und einmal war sogar der Kompass von Nutzen!
Ein solches Schilderchaos wie hier im Alpenvorland haben wir selten gesehen.
Wann kommt denn endlich auch in
Einen guten Führer gibt es im Moment nicht. Folgende Wanderkarten 1 : 50 000 des Bayerischen Landesvermessungsamtes sind unerlässlich: UKL 1 Ammersee - Starnberger See und Umgebung, UKL 3 Pfaffenwinkel - Staffelsee und Umgebung, UKL 10 Füssen und Umgebung.
Der Luggi-Weg ist ein idealer Winter-Wanderweg: Wanderer werden nicht von Radlern bedroht, Bäume ohne Laub lassen Durchblicke zu - z.B. auf die Villen am Starnberger See -, die im Sommer nicht möglich sind, es gibt kaum Quartierprobleme, die meisten Wege sind vom Schnee geräumt oder der Schnee ist nach kurzer Zeit festgetreten. Die manchmal nicht vorhersehbaren Schneeverhältnisse erfordern ein hohes Maß an Flexibilität und dennoch eine exakte Planung der Route mit relativ kurzen Tagesetappen. Die Gesamtlänge beträgt ungefähr 115 km.
Ach so, warum Postweg? Ganz einfach: Entlang des Weges laden täglich Gasthäuser zur Post zum Schlemmen und Übernachten ein!
Hier die Beschreibung des Luggi-Wegs, erwandert vom 29.12.2003 bis zum 3.1.2004.
Unser Winter-Luggi-Weg (Postweg)
1. Tag, 29.12.2003 Anfahrt
mit der Bahn über München, dann S-Bahn S6 nach Starnberg, von dort mit Bus 975
Richtung Wolfratshausen bis zur Haltestelle Berg, Grafstraße. Hier gleich eine
außergewöhnlich gute Mittagsrast im
2. Tag, 30.12.2003 Auf
der Nebenstraße geht es zunächst Richtung Aschering , kurz vor dem Wald rechts
auf den Feldweg Richtung Maisinger See, unter der B2 durch, im Wald dann links,
durch das kleine Moor nach Aschering. Ab jetzt ist der Weg nach Andechs gut
ausgeschildert: Durch den Wald beim Eßsee, wo Konrad Lorenz seine Forschungen
betrieben hat, am Barockgefängnis Rothenfeld vorbei, beim Parkplatz über die
Staatsstraße, kurz durch den Wald und auf dem Kreuzweg an der Friedenskapelle
vorbei zum Kloster Andechs. Eigentlich wäre hier eine ausgiebige Einkehr
angesagt gewesen, aber Busse, Menschenmassen und deren "feiner Duft"
in den Klosterbräustuben haben uns vertrieben, der Klostergasthof war
überfüllt und ein anderes geöffnetes Gasthaus gab es nicht. Also weiter,
vorbei am Forschungsinstitut von Irenäus Eibl-Eibesfeldt, hier links ab
Richtung Weilheim und am Waldrand (Parkplatz) auf einem aussichtsreichen
Traumpfad - es gibt ausreichend Rastbänke - durch Wald und Weidelandschaft,
vorbei an der Hartkapelle, der Waldkapelle Moritz von Schwinds, nach Pähl, wo
am Ortsende (Straßenkreuzung) im Gasthaus zur Neuen Post (die Alte Post, heute
Silberner Floh, in der Ortsmitte ist nur abends geöffnet), wo Glühwein
angesagt ist. Nach den letzten Häusern links auf den Feldweg und gleich wieder
rechts straßenparallel bis zur Ammer, die wir auf der Straßenbrücke
überqueren. Auf den Wiesen neben der Straße kommen wir bequem nach Raisting,
wo schon der Ballon der Erdfunkstelle der Telekom grüßt. Der bezeichnete
Luggiweg macht einen großen südlichen Umweg. Im Winter kann man
3. Tag, 31.12.2003 Es schneit heute nur einmal, aber das ohne Unterlass! Am Gasthof links auf dem Sträßchen nach Stillern und im Tal noch etwa 1,5 km weiter, bis der Luggiweg rechts durch den Wald nach Wessobrunn hochführt. Die 1200-jährige Tassilolinde steht links unten in der Talsenke, das Kloster ist im Winter leider nur nachmittags um 15 Uhr zu besichtigen, aber das Barockkirchlein und der romanische Glockenturm sind ja auch etwas. Und dann gibt es einen Gasthof zur Post (08809-208), wo man sehr gut einkehren kann. Vorbei an alten Bauernhöfen, deren Geschichte auf Tafeln erklärt wird - so findet man auch das Geburtshaus der Brüder Johann Baptist (Maler) und Dominikus (Baumeister) Zimmermann, der bedeutendsten Rokokokünstler, - gehen wir steil ins Schlittbachtal hinunter und genauso steil wieder hoch, bis wir über Pürschlehen, Guggenberg und St. Leonhard den Weiler Linden mit seiner uralten Linde und dem darin eingelassenen Marienbild erreichen. Über den Schwabhof geht es in den großen Wald, lange geradeaus, dann links nach Hohenpeißenberg (den Berg sparen wir uns, da wir sowieso nichts sehen können). Ewig lang latschen wir die Hauptstraße entlang, an der Sparkasse dann rechts die Bahnhofstraße hinunter zum "Bahnhof", von wo stündlich um .38 Uhr ein Zug nach Schongau fährt. Da die "Alte Post" geschlossen hat, nächtigen wir in der "Blauen Traube" (www.hotel-blaue-traube.de) und feiern Silvester in "Schauga", wie Schongau im Dialekt heißt.
4. Tag, 1.1.2004 Mit
dem Zug (stündlich um .02) fahren wir nach Peiting Ost, am Bahnhof rechts bis
zur Kreuzung, hier links, dann in die Zugspitzstraße, immer dem k nach, vorbei
an der großen Spanplattenfabrik, unter der B472 durch bis zum Parkplatz am
Waldrand oberhalb der Ammerschlucht. Hier rechts in den Wald. Wir sind die
ersten nach dem
5. Tag, 2.1.2004 Wir
folgen dem Wiesweg über Schwarzenbach zur Wieskirche, treffen dort den
Wildsteiger Pfarrer und seine Haushälterin, ertragen den Touristenrummel,
setzen unseren wunderschönen Weg durch die tief verschneite Winterlandschaft
fort über die Höfe Resle und Schober, biegen vor Oberreithen links ab, nach
der Überquerung der Trauchgauer Ach wieder rechts, am Keltenberg Hainzenbichl
vorbei - und schon weist uns ein Schild nach links (600 m) hoch zur Trauchgauer
Almstube (08368-348, Mo Ruhetag), die uns von der Musikkapelle Wildsteig
wärmstens zur Einkehr empfohlen wurde, zu Recht, wie wir feststellen: Die
Portionen sind doppelt so groß wie normal, und das bei guter Qualität. Wieder
runter zum Luggiweg, nach Trauchgau hinein, vor der Kirche links ab auf den
Feldweg, der an der Talstation des Skilifts Halblech vorbeiführt, weiter zum
Bruckschmid und nach
6. Tag, 3.1.2004 Geräumte Feldwege führen uns parallel zur B17, teils weiter entfernt, teils zwischen Bannwaldsee und Straße zum Campingplatz Bannwaldsee. Nach dem Campingplatz gehen wir rechts am Zaun entlang bis zum Bach, hier wieder links am Bach entlang, bis wir bei Mühlberg die B17 und die Mühlberger Ach überqueren. Am Lußbach entlang gehen wir nach Hohenschwangau. Der Aufstieg durch die Pöllatschlucht ist leider gesperrt, so gehen wir vom Parkplatz vor dem Sportplatz aus hinauf nach Neuschwanstein, ergötzen uns an der Vielfalt der Menschen und ihrer Bekleidung - der Gipfel war eine Japanerin in Stöckelschuhen im Schnee! Einkehr im Schlossrestaurant Neuschwanstein (08362-81110). Anschließend auf dem Fahrweg runter und rüber zum Schloss Hohenschwangau. Auf dem Sattel auf halbem Weg zum Schloss Hohenschwangau links ab und auf dem sehr schönen Alpenrosenweg hoch über dem Schwansee zum Lechfall oder direkt nach Füssen. Mit der Bahn erfolgt die Rückfahrt nach/über Augsburg oder München. Für Westdeutsche und Baden-Württemberger ist die Rückfahrt mit dem Bus zum Bahnhof Pfronten-Ried und weiter über Kempten und Ulm kostengünstiger und schneller.
Erschienen in "Mitteilungsblatt" Zeitschrift des Vereins Netzwerk
Weitwandern e.V. Ausgabe 13 - April
2004
Gewandert von Willi und Helga Großkopf, Stuttgart, vom 17. bis 20. September 2002
Dieser Wanderweg wurde im unteren Bayerischen Wald vor etwa 2 Jahren von den Haidelgemeinden Hunterschmiedung, Grainet, Philippsreut, Haidmühle und Neureichenau neu eingerichtet und verläuft in der Ungebung der Bayerwaldberge „Dreisessel“ und „Haidel“. Seine Gesamtlänge beträgt 130 km, dabei sind jedoch mehrere Rundwanderwege eingerechnet, die man aber nicht alle unbedingt gehen muß, sondern man kann auch eine große Ringtour mit weniger Kilometern wandern.
Mit „Kultur“ sind in diesem ländlichen Gebiet – das zwar mit viel Wald, aber nie mit Reichtümern gesegnet war – Bildstöcke (Marterln), Kapellen und Dorfkirchen gemeint, die man am Wege findet. Abgesehen davon kann man als Wanderer vor allem die schöne Landschaft des Bayerischen Waldes eingehend kennen lernen.
Dieser
Weg ist von Dr. med. Peter Dillinger, Freyung, in einem Taschenbuch beschrieben
und schön bebildert worden; darin sind auch Landschaftsbeschreibungen und
Geschichtsdaten angegeben, sowie Wegeskizzen gezeichnet, die aber nicht sehr
detailliert sind. Der Herausgeber dieses Büchleins ist die ARGE Haidelgemeinden,
Rathaus – Obere Hauptstr. 21, 94143 Grainet, Tel.: 08585/9600-30. Der
Ansprechpartner ist dort Herr Fuchs. Eine spezielle Wanderkarte mit
eingezeichnetem Wegverlauf gab es leider noch nicht und so
Unsere Wanderung begann in Haidmühle und wir wollten im Uhrzeigersinn die o.g. Haidelgemeinden erreichen. Schon in Neureichenau mussten wir aber feststellen, dass die Markierung dort aufhörte; dies wurde uns auch vom dortigen Fremdenverkehrsbüro bestätigt. Zuständig für die Markierung sind die beteiligten Gemeinden, jedoch nicht alle haben sie schon vorgenommen.
Wir änderten deshalb unsere Tour und gingen nicht –wie geplant- über Gsenget, Klafferstraß usw., sondern marschierten in Richtung Grainet. Im weiteren Wegverlauf mussten wir wiederholt feststellen, dass die Markierung lückenhaft war oder z.T. ganz fehlte; relativ gut war sie in den Ortsbereichen Haidmühle, Altreichenau, Gschwendet, Herzogsreut und Philippsreut. Wir haben uns also an deren, örtlichen Markierungen unserer Regionalwanderkarte orientiert und uns den Weg gesucht; dadurch bekam der Untertitel „Spurensuche“ des Wanderwegs eine zusätzliche Bedeutung!
Unsere Route führte uns also von Haidmühle über Neureichenau, Altreichenau, Grainet, Herzogsreut, Philippsreut und wieder zum Ausgangspunkt zurück. Diese Strecke beträgt etwa 60 km und umfasst die Hälfte des Gesamtweges.
Der
Weg führte uns durch ausgedehnte, stille Wälder und immer wieder zu
Aussichtspunkten auf die schöne Hügellandschaft des Bayerischen Waldgebirges.
Wir sahen verlassene Dorfplätze am Säumerweg „Goldener Steig“ nach Böhmen
wie Schwendreut und Leopoldsreut, die erst Mitte des vorletzten Jahrhunderts von
den Bewohnern aufgegeben wurden und wo jetzt noch eine neu renovierte Kapelle
bzw. Kirche steht. Man fragt sich nachdenklich, wie die Leute dort in der rauen
Waldlandschaft in über 1000 m Höhe ihr karges Dasein gefristet
Wir selbst konnten uns an der typischen „Bayerischen Waldesruh“ erfreuen.
Anzumerken ist noch, dass insgesamt nur mäßige Anstiege zu bewältigen waren.Da wir auch mit dem Wetter Glück hatten, war es schlussendlich eine schöne Wanderung.
Wermutstropfen waren nur die lückenhafte Markierung, die fehlende spezielle Wanderkarte, sowie die häufig geschotterten Waldwege bzw. asphaltierten Sträßchen.
Unterkünfte waren um diese Jahreszeit in allen Orten zu bekommen und wir konnten sie aus dem jeweiligen Ferienangeboten aussuchen. Besonders empfehlen möchten wir diesbezüglich:
Pension Kollern, Obere Hauptstr. 3, 94143 Grainet, Tel.: 08585/259 und Restaurant Forellenhof, Fam. Schrottenbaum, Hauptstr. 27, 94158 Philippsreut, Tel.: 08550/1338.
Nach unserer Rückkehr haben wir Herrn Fuchs von der ARGE in Grainet telefonisch über unsere Erlebnisse – insbesondere die Markierungslücken – informiert. Er sagte zu, dies bei den zuständigen Gemeinden zu reklamieren und überraschte uns mit der Neuigkeit, dass soeben die spezielle Wanderkarte für diesen Weg herausgekommen ist, die er uns auch sofort zuschickte.
Die Karte heißt:
Offizielle
Wanderkarte 1: 50.000, 1. Auflage Landkreis Freyung – Grafenau, € 6,55 Herausgeber: Studio für Landkartentechnik, Dipl.-Ing. Detlev Maiwald, Gutenbergring 36, 22848 Norderstedt, Tel.: 040/5324046. Diese Karte kann man auch unter der o.g. Adresse von der ARGE in Grainet erwerben.
Damit ausgestattet kann der interessierte Wanderer einzelne Rundwege oder die große Rundtour des „Themenwanderwegs Kultur“ selbst auswählen und leichter finden, und wir können diesen Weg jetzt ohne Einschränkung empfehlen.
Erschienen in "Mitteilungsblatt" Zeitschrift des Vereins Netzwerk Weitwandern e.V. Ausgabe 11 - August 2003
66 Seen erwandert man auf einem Weg um Berlin herum
Von Dr. Roland H. Knauer
Die
Sonne funkelt zwischen im Wasser modernden Baumstümpfen. Vertrocknetes Schilf
wiegt sich raschelnd im Wind, der sanft durch die Bäume streicht. Viele
Spaziergänger schlendern auf sandigem Weg an diesem Idyll vorbei, an einem
Forsthaus mit Gastwirtschaft auf einer Lichtung findet sich kein freier Tisch
mehr. Später aber verlieren sich an diesem Feiertag die Menschenmassen und der
Weg zu den 66 Seen rund um Berlin wird wieder so einsam, wie er meist ist. Von
einem See ist allerdings vorerst auf der Etappe zwischen Birkenwerder und
Wandlitz im Norden der Bundeshauptstadt nichts zu sehen. Der Sumpf wird vom Bach
Briese abgelöst, der
Abgesehen von den vielen Menschen, die man an wenigen Stellen wie in der Weltkulturerbe-Stadt Potsdam trifft, vergisst der Wanderer auf diesem Rundweg rund um Berlin sehr schnell, dass er sich nur wenige Kilometer außerhalb der einzigen Metropole Deutschlands befindet.
In vierzehn Etappen führt dieser Weg einmal um die Bundeshauptstadt und zeigt dem Wanderer so ungefähr alle Landschaften, die das Land Brandenburg zu bieten hat: Märkische Heide und märkischer Sand, dunkle Kiefernwälder, uralte Eichen, Birkenalleen, Sümpfe, Wiesen und Äcker. Mit ein wenig Glück sichtet man Spechte, Eichelhäher, Bussarde, Milane, Falken, Haubentaucher und Graureiher. Im Frühjahr und Sommer klappern die Störche in der Mark Brandenburg und während des Vogelzugs im Frühjahr und Herbst rasten Wildgänse und Kraniche in und an den Seen.
Soviel Natur vermutet kaum jemand in der unmittelbaren Umgebung einer Millionenstadt. Durch die deutsche Teilung aber ging die Verstädterung des Umlandes an Berlin mit wenigen Ausnahmen weitgehend vorbei. Im Gegenteil, in manchen Dörfern scheint die Zeit bereits vor hundert Jahren stehen geblieben. Der Wanderer taucht in eine Vergangenheit, in der irgendwo zwischen deutschem Reich und DDR die Uhr stehen geblieben ist. Bröckelnder Putz an mancher braunen Fassade gibt so manchem Dorf eine Würde, die andernorts längst Wettbewerben unter dem Motto „Unser Dorf muss schöner werden" geopfert wurde.
Ganz
eigen wirkt zum Beispiel Wandlitz: Obwohl der abgeschottete Wohnbezirk der
DDR-Größen „Waldsiedlung Wandlitz" ein ganzes Stück abseits der
Wanderung liegt und längst in eine Reha-Klinik umgewandelt wurde, atmet das
Seeufer vielleicht am deutlichsten die Atmosphäre, die nach der Wende in den
östlichen Bundesländern das Klima bestimmt. Datschen neben einfachen Ein- und
Zweifamilienhäusern im althergebrachten Braunputz wechseln sich mit pompösen
Prunkvillen, die anscheinend besser mit Alarmanlagen
Samt dem Bahnhofs-Ensemble im Bauhausstil ist Wandlitz eine Sehenswürdigkeit, die der Wanderer so quasi am Wegesrand einfach „mitnimmt".
Niemand wird übrigens die 14 Etappen rund um Berlin in einer Tour unter die Wanderstiefel nehmen. Sind doch alle Ausgangs- und Endpunkte der einzelnen Wegstrecken selten im Zweistundentakt, meist aber im Stunden- oder gar im Zehn-Minuten-Takt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Wer auf Dienstreise in Berlin ein Wochenende anhängt, kann also leicht die eine oder andere Etappe zwischen den 66 Seen genießen und dabei eine Gegend kennen lernen, die in Deutschland einmalig ist.
Offizieller Startpunkt für die 373 Kilometer lange Rundwanderung ist der Touristenrummel Potsdams um die Schlösser Sanssouci und Cecilienhof. Bald aber erreicht man aus der quirlig-behäbigen Hauptstadt des Bundeslandes Brandenburg die Einsamkeit der Mark Brandenburg - und hat bereits die ersten fünf Seen nach einer halben Etappe fotografiert. Wie der Name es bereits andeutet, geben vor allem die Gewässer der 66-Seen-Wanderung ihren besonderen Reiz. Dorfteiche und Fischweiher sind dabei noch gar nicht mit gezählt. Vom Entwässerungsgraben bis zum Kanal für große Schiffe reicht die Palette der künstlichen Gewässer, an denen man entlang schlendert. Stundenlang folgt man Bächen wie der Briese oder der behäbigen Havel.
Je
nach Wochentag flitzen Sportboote oder tuckern schwere Lastkähne über das
glatte Wasser, immer wieder schreckt der Wanderer Enten auf. Hohe Pappeln
spiegeln sich im glatten Wasser, der Wind rauscht durch das Herbstlaub,
übertönt aber nicht das Gezwitscher der Vögel. Manchmal endet der Weg in
gigantischen Sand- oder Schutthaufen - ein Zeichen für die lebhafte
Baukonjunktur im Umland von Berlin. Nur mit Mühe und geschickten
Balance-Übungen am Ufer eines Kanals kommt man weiter, stößt aber bald wieder
auf den alten
Sattrot spiegelt sich dann wieder das Herbstlaub in einem der unzähligen Gewässer, an denen der Wanderer vorbei kommt. Einsame Häuschen ducken sich unter dem Laub ans Ufer. Dann taucht der Pfad wieder in einen der typischen Mischwälder ein, in denen sich Eichen, Buchen, Birken und Kiefern der Sonne entgegen strecken. Ein schneeweißer Schwan treibt einsam über fast schwarzes Wasser, am Ufer zittern Angler frierend im kalten Herbstwind. Die seltenen Krebsscheren strecken ihre Agaven-ähnlichen Blätter unter Wasser dem Licht entgegen, Schafe weiden daneben auf einer kargen, märkischen Wiese. Und in der Ferne blinkt schon das Wasser des nächsten der 66 Seen.
Erschienen in "Mitteilungsblatt" Zeitschrift des Vereins Netzwerk Weitwandern e.V. Ausgabe 10 - April 2003
Wanderbericht - Der Europäische Ferwanderweg 9 in Mecklenburg-Vorpommern - Ein Flop! Die Verantwortlichen vor Ort favorisieren die Radfahrer.
Seit einigen Jahren weist die Deutsche Generalkarte, obwohl in dem groben Maßstab von 1: 200000, doch wie sich zeigte mit ausreichender Präzision, einen durchgehenden Wanderweg entlang der deutschen Ostseeküste aus, der als E 9 Teil einer Verbindung von der französischen Atlantikküste bis Danzig ist und zum Europäischen Fernwegenetz gehört. Dieser Fernwanderweg war auch auf den Übersichtskarten der Europäischen Wandervereinigung zur Sternwanderung vom Sommer 2001 („EuroRando“) enthalten. Man konnte daraus den Schluss ziehen, er müsste auch in der Örtlichkeit existieren.
Uns reizte dieser Teil Deutschlands. Wir wollten die Natur und auch die kleineren und größeren historischen Küstenstädte und die dort geleistete Wiederherstellungsarbeit kennen lernen. Meine Frau und ich waren nicht zum ersten Mal in Mecklenburg-Vorpommern; 1998 sind wir auf unterschiedlich markierten Wegen in zehn Tagen über 300 km von Wismar bis Neubrandenburg gewandert, aber die Küste hatten wir damals nicht gesehen. So machten wir uns im August 2002 auf den Weg.
Ich hatte wieder eine zehntägige Tour vorbereitet. Wir starteten in Altbuckow östlich von Wismar und erreichten nach ca. 270 km am 10. Tag Wolgast. Die Rahmenbedingungen waren gut. Bis auf einen Regentag am Anfang war bestes Sommerwetter. Trotzdem gab es einiges auszusetzen, zumindest kann ich die Tour nicht uneingeschränkt empfehlen.
Als wir wieder nach Hause gekommen waren, war inzwischen die Internet-Seite „www.wanderbares-deutschland.de“
des Deutschen Wanderverbandes installiert worden. Die Etappen, die wir gewählt
hatten, waren nahezu identisch mit den dortigen Angaben. In der generellen
Routen-Charakterisierung heißt es u.a.: „Auf naturnahen Pfaden entlang der
Ostsee-Küste genießt man den Anblick reizvoller Seebäder, die einst aus
Fischerdörfern entstanden [sind]...“. Die Seebäder mit ihrer Wilhelminischen
Architektur kann man
Besonders krass waren die Verhältnisse auf dem Abschnitt Kühlungsborn - Zingst, also dem Teil, der direkt an der offenen Küste lag. Dort waren die Radwege perfekt ausgebaut oder standen kurz vor der Vollendung. Da war viel Geld verbaut und noch stolz das Etikett „Europäischer Fernwanderweg“ auf dem Bauschild ange-bracht worden. Pulks von Radfahrern, die z.T. nur an ihre Badeplätze gelangen wollten, zogen an uns vorbei. Wir fühlten uns neben ihnen als „Menschen zweiter Klasse“. Radfahren hat sich inzwischen zu einem Gruppensport entwickelt, im sympathischsten Fall zu einer Familienausflugs-Angelegenheit.
Entweder mit Faszination oder als eine besondere Perfidie konnten wir die an uns vorüberziehende Inline-Scater auffassen. Allein oder in Gruppen huschten elegante junge Menschen vorbei. Verleiher für die Geräte dieser Trendsportart hatten sich an den Ortsausgängen niedergelassen. Mit Rucksack „sieht man da alt aus“ und sucht sich leicht stolpernd seinen Weg am Fuß des Dammes. Oft sind wir dann direkt ans Wasser ausgewichen und über den feuchten Sand gelaufen, doch auch da mit unseren Teleskop-Wanderstöcken merkwürdig betrachtet von den meist sehr spärlich bekleideten Badegästen. Später dann von Barth bis Greifswald ist die Küste überwiegend verschilft; dort geht es ruhiger zu. Hier hatten wir reizvolle Ausblicke auf den Bodden und den Strelasund. Die Kirchtürme sah man näherkommen oder langsam verschwinden. Später querten wir größere Waldstücke.
Kann
man der Grobtrassierung voll zustimmen, müsste im Detail an der Wegeführung
noch manches verbessert werden. Muss man zum Beispiel hinter Warnemünde solange
auf der Straße gehen? Kann nicht im Bereich Heiligendamm ein Fußweg, als
bescheidener Trampelpfad, parallel zum Radweg markiert werden? Können nicht die
Fußgänger westlich von Kinnbackenhagen auf dem Deich direkt nach
Wendisch-Langendorf gehen? Dass die
Sehr mangelhaft war die Markierung. Das Grundzeichen ist ein blauer Balken auf weißem Grund. Bei der Markierung und den Wegweisern fanden wir keinen einzigen kein Hinweis darauf, auf einem Europäischen Fernwanderweg zu sein. Vielleicht wäre eine Lösung, so wie in Slowenien, bei der Überlagerung eines nationalen mit einem internationalem Weg, angebracht, dass jede fünfte oder zehnte blau-weiße Markierung den Zusatz E 9 erhält, denn auch abzweigende Wege scheinen so markiert zu sein. Auf dem Abschnitt hinter Barth fehlten die Markierungen; es gab nur Hinweise auf lokale Wegstücke.
Das Herein- und Herausführen aus Stralsund war problematisch. Nördlich und östlich der Stadt sind Uferabschnitte durch öffentliche und halbprivate Nutzer unzugänglich. Hier Abhilfe zu schaffen, im Extremfall über Stege im Wasser mit Einblicksmöglichkeiten in den Betrieb eines Hafens oder einer Werft, kann viel Geld kosten, bedeutet aber für Bevölkerung wie Besucher ein Zugewinn an Stadtqualität.
Beim
Weg aus Stralsund heraus tauchten erst weit draußen erste Markierungen auf und
lenkten uns in Richtung Justizvollzugsanstalt, aber dann kamen wir in eine
Sackgasse. Wenig später wurden wir auf einem Betonplattenweg, der zugleich
Zufahrtsweg für die Lkws einer Müll-Deponie war, geführt. Den
Verantwortlichen für die Trassenführung auf dem Abschnitt Greifswald—Wolgast
nehme ich es persönlich übel, dass wir
hinter Eldena bis Friedrichshagen entlang einer starkbefahrenen Bundesstraße
und später auf einer Asphaltstraße bis Großschönweide gehen mussten, wogegen
ruhige und sogar granitgepflasterte Wege im angrenzenden Wald existieren. Man
kann es auch merkwürdig finden, dass ein Europäischer Fernwanderweg eine
kulturelle Besonderheit wie das ehemalige Zisterzienser-Kloster Doberan so
schnöde links liegen lässt. Wenigstens eine Wegevariante über Doberan sollte
entwickelt werden.
Andere Weitwanderer haben wir nicht getroffen. In den Hotels wurden wir bestaunt. Auf unseren Hinweis, dass die Strecke für Wanderer Mängel hätte, bekamen wir einmal die Antwort, das hätten auch schon andere Gäste gesagt. Die Verantwortlichen müssen sich entscheiden, ob sie Wanderer wollen und ihnen dann eine adäquate Wegeführung anbieten.
Doch ich will versöhnlich schließen, wir haben uns erfolgreich durchgeschlagen; letztlich war es eine schöne Tour und Wanderer sind ja „hart im Nehmen“. Die Luft tat uns gut; die wechselnde Landschaft zog uns weiter; die Menschen, die wir ansprachen, waren freundlich und hilfsbereit. Stoff zum Nachdenken über das heutige Aussehen des durchwanderten Gebietes, die Formung von Landschaft in der Eiszeit und das immerwährende Verändern der Küsten gab es genug.
Wer unsere Tour im Detail nachvollziehen will, hier noch einmal die Etappen:
1. Wandertag: Pepelow bis Kühlungsborn-Ost, viele Hotels 28 km 2. Wandertag: bis Warnemünde, viele Hotels 24 km 3. Wandertag: bis Wustrow (32 km) oder Ahrenshoop 31 km 4. Wandertag: bis Prerow (26 km) oder Zingst 30 km 5. Wandertag: bis Barth, Hotel „Speicher“ 038231/63-300 24 km 6. Wandertag: bis Barhöft, „Hotel Seeblick“ 038323/ 4500 36 km 7. Wandertag: bis Stralsund, viele Hotels 17 km 8. Wandertag: bis Reinberg 27 km Oberhinrichshagen
Hotel Borgwarthof 038328/ 8650 9. Wandertag: bis Greifswald, viele Hotels 30 km 10. Wandertag: bis Wolgast, 38 km Hotel Peenebrücke, Burgstr.2 03836/ 27260
Rückfahrt zum Auto
Wir sind dann noch mit dem Auto durch die kleineren und größeren Städte von Ostmecklenburg und Vorpommern gefahren und haben viele backsteingotischen Kirchen und bescheidenen oder prächtigeren Bürgerhäusern betrachtet, die reichen Museen und Galerien besucht und uns an den umfangreichen Renovierungen erfreut.
Als eine Alternative zu einer Küstenwanderung unser Weg im Jahr 1998:
1. Wandertag: Wismar bis Wickendorf nördl. von Schwerin (Seehotel Frankenhorst 0385/555071) 31 km 2. Wandertag: durch Stadt Schwerin bis Leezen (Hotel Leezen 03866/4050) 25 km 3. Wandertag: bis Sternberg 30 km 4. Wandertag: bis Güstrow 38 km 5. Wandertag: nachmittags bis Krakow am See 22 km 6.
Wandertag: bis Malchow über Nossentiner Heide 33 km 7. Wandertag: bis Waren 28 km 8. Wandertag: bis Boek 22 km 9. Wandertag: bis Neustrelitz 29 km 10. Wandertag: bis Prillwitz 19 km 11. Wandertag: bis Neubrandenburg 17 km
und nachmittags mit Bahn zurück nach Wismar.
Es stellte sich damals heraus, dass die „Kompass-Karten“ recht brauchbar waren. Im Nationalpark Müritz benutzten wir die von ihm herausgegebene Karte. Auch damals wurden wir an einigen Etappen, z.B. Sternberg—Güstrow über befestigte Wege geführt, doch insgesamt trat dieses Problem nicht in der Schärfe wie bei dem Küstenweg auf. Nun stellte ich fest, dass inzwischen größere Abschnitte unserer damaligen Tour unter dem Begriff E 9a firmieren.
Erschienen in "Mitteilungsblatt" Zeitschrift des Vereins Netzwerk Weitwandern e.V. Ausgabe 8 - Oktober 2002
Wandern auf dem neuen Rheinsteig –
Lutz Heidemann berichtet von den Erfahrungen mit dem neuen Premiumweg und macht eine kritische Analyse der Rheinsteig-Wanderführer Ein Bericht aus Nr.19 von
„Wege und Ziele“, der Zeitschrift von
„Netzwerk Weitwandern“
Wandern „auf hohem Niveau“ – Erfahrungen vom neuen Rheinsteig
Von Lutz Heidemann
Im Oktober 2005 sind meine Frau und ich sechs Tage auf dem Rheinsteig unterwegs gewesen. Wir waren anschließend voll des Lobes. Das durchwanderte Gebiet ist keine unproblematische Gegend; es ist unzweifelhaft schön, aber auch mit Vorurteilen verschiedenster Art belastet. Zu diesem problematischen Erbe gehört der „Geist“ des 19. Jahrhunderts mit seiner Burgenromantik und nationalen Tönen vom „deutschen Fluß, der nicht Deutschlands Grenze“ sei. Aber ich weiß, auch Engländer haben an der Entstehung des in den Köpfen verankerten Bildes von heroischer Landschaft und Rheinidyllen mitgewirkt. Selbst auf Franzosen wie Victor Hugo oder Rimbaud hat der Fluß faszinierend gewirkt, und in Japan scheint die Loreley noch populärer als in Deutschland zu sein. So ist eine Rheinwanderung keine Expedition in ein Neuland; am Rhein ist schon lange vor uns gewandert worden und es existiert ein dichtes Wegenetz. Kann man also heute am Rhein noch etwas entdecken? Man kann.
Der
neue „Rheinsteig“ ist den Wanderinnen und Wandern im September 2005
offiziell übergeben worden. Die Planungsvorbereitungen und die Umsetzung in der
Örtlichkeit haben mehrere Jahre gedauert. Die Trasse konnte schon 2004 aus dem
Internet heruntergeladen werden. Doch 8000 Schilder anzubringen dauert seine
Zeit. An einigen Stellen werkelten im Herbst 2005 noch Handwerker an Geländern
und Brücken. Die Grundausstattung aus hergerichteten Wegen, einer perfekten
Beschilderung, einer Faltkarte, zwei Führern (einer in Nord-Süd-, der
Der Weg und seine Aufbereitung hat ein Vorbild: den Rothaarsteig im Sauerland. Wie beim Rothaarsteig ging die Initiative von den Fremdenverkehrsverantwortlichen und staatlich-halbstaatlichen Stellen aus. Bei beiden Wegen gab es hohen Koordinierungsaufwand, nicht zuletzt, weil jedesmal der Weg über mehrere Bundesländer geht. Beide Wege haben gleiche „geistige Väter“; eine wichtige Rolle spielte der Marburger Professor Rainer Brämer und das von ihm geleitete Deutsche Wanderinstitut. Der von Brämer und seinen Mitarbeitern konzipierte und formalisierte Qualitätsstandard führte zu dem Etikett „Premiumweg“, das der Rheinsteig auch nach meiner „unsystematischen“ Einschätzung verdient hat. Sprachlich wird noch eins zugelegt; der Weg wird verkauft mit dem Slogan „Wandern auf hohem Niveau“.
Der
Weg ist vielseitig. Er ist deutlich für Wanderer trassiert, so trafen wir auch
kaum Mountainbiker. Der Weg fordert die Wanderer; er hat viele Steigungen. Die
Überwindung von 800
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