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Zuletzt aktualisiert am: 22.02.10 |
Weitwanderwege - Kurzbeschreibungen
Europ Alpen A AL AND B BG BIH BY CH CY CZ D DK E EST F FIN FL GB GR H HR I IRL IS L LT LV M MC MD MK N NL P PL RO RSM RUS S SK SLO TR UKR V YU
Zu Fuß über die Alpen
Auf Wanderwegen von Garmisch nach Brescia Von Hans Losse
Wohl jeder Fernwanderer träumt davon, die Alpen einmal zu Fuß in einer langen Wanderung zu überqueren.
1989 setzte ich diesen langgehegten Wunsch in die Tat um; ich war damals 50 Jahre. alt. Als Weggefährten nahm ich meinen seinerzeit 15 jährigen Sohn Alexander mit; so waren wir ein Team, in dem der eine nicht mehr ganz auf der Höhe seiner Kraft und Ausdauer, der andere noch nicht zu voller Kraftentfaltung gereift war.
Von den bereits beschriebenen Wegen sagte uns keiner so recht zu. Der. E1 verläuft immer einmal wieder entlang von Straßen. Er führt auch meist durch lange Täler, in denen auch Autobahnen, Eisenbahnstrecken und Fernstraßen verlaufen. Seinen höchsten Punkt erreicht der E1 in der Gotthard Paßhöhe (2091 m). So hoch ist mancher Gipfel des Alpenvorlandes.
Der
E2 verläuft mehr am Westrand der Alpen; als daß er das größte europäische
Gebirge überquert. Die Wegführung verläuft etwa entlang der Strecke Basel,
Genf, Nizza.
Die alpine Variante des E4 verläuft in Richtung der Alpenkämme von Ost nach West; er quert die Alpen nicht in Nord Süd Richtung.
Auf dem E5 werden dem Begeher Busse, Züge und Seilbahnen empfohlen. Dieser Weg ist daher kein Fußweg über die Alpen.
Der E6 verläuft am Ostrand der Alpen etwa entlang der Strecke Linz, Graz, Ljubljana.
Der sogenannte Traumpfad von München nach Venedig beginnt und endet in zwei berühmten Städten, die weit von den Alpen entfernt liegen. Aber auch dieser Weg enthält immer einmal wieder ein Stück Straße - Zuviel Asphalt nach unseren Vorstellungen.
Unser
Weg sollte Straßen nur queren und nicht an ihnen entlang laufen. Busse, Züge,
Seilbahnen sollten auf keinen Fall benutzt werden. Andererseits sollte der Weg
auch keine Kletterstellen enthalten; die Schwierigkeiten sollten unter dem
ersten alpinen Grad liegen. Die Gletscherübergänge sollten gefahrlos sein.
So suchten wir zunächst auf der Alpenkarte mit Hilfe eines Gummibandes einen eigenen Weg. Wir spannten das Gummiband unzählige Male von einem Ort am nördlichen Alpenrand zu einem Ort auf der Südseite des Gebirges. Schließlich entschieden wir uns für die Routenführung von Garmisch nach Brescia. Der Weg führt mehrfach über 3.000 m, hat also echten alpinen Charakter. Er ist straßenfrei, enthält aber auch keine Kletterstellen. Die Gletscher werden problemlos am Rande gequert. Daß wir zu seiner Bewältigung dreißig Etappen benötigen würden; wußten wir zu Beginn natürlich noch nicht.
Wegen des Vorrechts bei der Übernachtung in den Berghütten wie auch wegen der Übernachtungsgebühr sollte der Begeher des L1 (so nannten wir unseren Weg scherzhaft) Mitglied im Deutschen Alpenverein sein. Die Beschreibungen sind sehr kurz gehalten. Mit wenigen Sätzen wird jede Etappe charakterisiert. Die Wegbezeichnungen stehen hinter den markanten Punkten. An den Höhenangaben erkennt man, ob es sich um einen An- oder Abstieg handelt.
Da das Gehtempo sehr unterschiedlich ist, habe ich auf die Angabe von Gehzeiten verzichtet. Alle Etappen sind . an einem Tag zu schaffen.
1. Etappe: Von Garmisch - Partenkirchen zum Kreuzeckhaus Diesen knapp dreistündigen Anstieg sollte man noch am Anreisetag bewältigen.
Kompasskarte No. 25, 1 : 50.000
Bahnhof Garmisch-Partenkirchen (708 m) durch den Kurort Eisstadion (708 m) K3 Wellenbad (708 m) K3 Kochelbergalm (870 m) K3 Bayernhaus (1.270m) P2 Garmischer Haus (1.320 m) KE Tröglhütte (1.415 m) KE Kreuzeckhaus (1.615 m)
2. Etappe: Vom Kreuzeckhaus zur Knorrhütte Es geht zunächst hinunter ins Reintat und dann steil hinauf zur Knorrhütte.
Kompasskarte No. 25, 1 : 50.000
Kreuzeckhaus
(1.651 m)
KE 5 / 835 / Bernadeinweg Bockhütte (1.200 m) R 2 / 801 / E4 Angerhütte (1367 m) 801 Knorrhütte (2.051 m)
3. Etappe: Von der Knorrhütte zur Tillfußalm Am dritten Tag verlassen wir Deutschland und gehen nach Österreich hinein. Es geht fast nur bergab.
Kompasskarte No. 25, 1 : 50.000
Knorrhütte (2.051 m) Plattsteig / 815 / 816 Gatterl (2.000 m) 816 Feldherrnjöchl (2.045 m) 816 Steinernes Hütterl (1.925 m) 816 Tillfußalm (1.382 m)
4. Etappe: Von der Tillfußalm nach Wildermieming Am vierten Tag wird die Mieminger Kette überquert.
Kompasskarte No. 25, 1 : 50.000
Tillfußalm (1.382 m) 811 Niedere
Munde (2.059 m)
811 / 32 Alphaus (1.504 m) 31 Wildermieming (852 m)
5. Etappe: Von Wildermieming zur Dortmunder Hütte Zu dieser längeren Wanderung mit Überschreitung des Pirchkogels sollte man sehr früh aufbrechen. Wem diese Etappe zu lang ist, der sollte sie in Stams unterbrechen. Wenn man Stams nach 11.00 Uhr erreicht, sollte man dort bleiben. Eventuell kann man noch auf der Stamser Alm übernachten; bitte telefonisch anfragen. Danach gibt es bis zur Dortmunder Hütte keine Übernachtungsmöglichkeit mehr.
Kompasskarte No. 35, 1 : 50.000
Wildermieming (872 m) Wanderweg Brente (846 m) Wanderweg Affenhausen (846 m) Überquerung der Fernstaße 189 / 6 A Nothelferkapelle (840 m) Wiesenwanderweg Untermieming (803 m) 2 / Hängebrücke über den Inn / Wanderweg / Unterquerung
der Autobahn A 12 / E 60 / Wanderweg Stams (672 m) 4 Hauland (914 m) 7 Mais (1.500 m) 10 / 7 / 152 Stamser Alm (1.858 m) 10 Bärlehnkreuz (2.104 m) 10 Pirchkogl (2.828 m) 10 / 151 / 148 Dortmunder Hütte (1.949 m)
6. Etappe: Von der Dortmunder Hütte zur Gubener Hütte Auf dieser Wanderung darf man am Südende des Stausees den Linksabzweig nicht verpassen, sonst steigt man zum Sulzkogel an.
Kompasskarte No. 35, 1 : 50.000
Dortmunder Hütte (1.949 m) 146 Stausee (2.400 m) 146 Finstertaler Scharte (2.779 m) 146 / Gubener Weg Gubener Hütte (2034 m)
7.
Etappe: Von der Gubener Hütte zur Winnebachseehütte Ein bequemer Weg durch den Südteil der Stubaier Allpen
Kompasskarte No. 43, 1 : 50.000
Gubener Hütte (2034 m) 142 / 145 / Gubener Weg Zwieselbachjoch (2.870 m) 142 Winnebachseehütte (2.362 m)
8. Etappe: Von der Winnebachseehütte zur Amberger Hütte Nach Tagen endlich wieder einmal ein Dorf (Gries), wo die Proviantvorräte ergänzt werden können.
Kompasskarte No. 43, 1 : 50.000
Winnebachseehütte (2.362 m) 141 Winnebach (1.692 m) 141 Gries (1.572 m) 131 Vordere Sulztalalm (1.915 m) 131 Amberger Hütte (2.135 m)
9. Etappe: Von der Amberger Hütte nach Zwieselstein Heute
wird das erste größere Schneefeld gequert.
Kompasskarte No. 43, 1 : 50.000
Amberger Hütte (2.135 m) 137 Lausbühel (2.155 m) 137 Atterkar Joch (2.970 m) 137 Kaiserbergalm (2.015 m) 137 Alpenruhe (1.400 m) 7 Sölden (1.367 m) 5 Zwieselstein (1.450 m)
10. Etappe: Vom Zwieselstein zum Ramolhaus Dieser Aufstieg führt zur höchstgelegenen Hütte der Tour.
Kompasskarte No. 43 (1 : 50 000)
Zwieselstein (1.450 m) 30 Lenzeralm (1.896 m) 30 Nedersee (2.441 m) 40 Soomsee (2.550 m) 38 Küppelehütte (2.303 m) Zentralalpenweg 02 / 902 / 37 / Ramolhaus (3.006 m)
11. Etappe: Vom Ramolhaus nach Vent Der Alpenhauptkamm wird überschritten.
Kompasskarte No. 43, 1 : 50 000
Ramolhaus (3.006 m) Alpiner Steig / 902 Ramoljoch (3.186 m) 902 Ramolalm (2.318 m) 902 Vent (1.896 m)
12. Etappe: Von Vent zur Schönen Aussicht Jetzt geht es von Österreich nach Italien hinein.
Kompasskarte No. 43, 1 : 50.000
Vent (1.896 m) 902 Rofenhöfe (2.014 m) 902 Hochjochhospitz (2.412 m) Alpiner Steig Zollhütte (2.861 m) Alpiner Steig
13. Etappe: Von der Schönen Aussicht nach Schlanders Ein sehr langer und ermüdender Abstieg.
Kompasskarte No. 52, 1 : 50.000
Schöne Aussicht (2.842 m) 3 Sporthotel Kurzras (2.011 m) 13 A / 8 Gerstgraser Berghütte (2.250 m) 6 Schwarze Lacke (2.500 m) 4 Kalberhütte (2.175 4 Schlanders (721 m)
14. Etappe: Von Schlanders zum Stallwieshof Aus dem tiefen Vintschgau geht es wieder hoch hinauf zum Höhenweg über dem Martelltal.
Kompasskarte No. 52, 1 : 50.000
Schlanders (721 m) Überquerung der Fernstraße 38 / Dorfstraße / Wanderweg Göflan 1 / 2 / 3 Göflaner Alm (1.826 m) 3A Göflaner Scharte (2.404m) 3 Saugwies~(2.000 m) 15 Stallwies (1950 m)
15. Etappe: Vom Stallwieshof zur Marteller Hütte Vom Stilfser Nationalpark geht es auf der Höhe 2.000 m in die Ortlergruppe hinein.
Kompasskarte No. 52, 1 : 50.000
Stallwieshof (1.950 m) 8 Schluderalm (2.005 m) 8 Hirtenhütte (2.049 m) 8 Lyfialm (2.165 m) 6 Enzianalm (2.061 m) 151 Zufallhütte (2.265 m) 03 Marteller Hütte (2.610 m)
16. Etappe: Von der Maiteller Hütte nach Peio Der deutschsprachige Teil Oberitaliens liegt hinter uns.
Kompasskarte
No. 72, 1 : 50.000
Marteller Hütte (2.610 m) 103 La Forcola (3.032 m) 103 Rifugio B. Larcher al Cevedale (2.607 m) 102 Refugio Plan Venezia 127 Peio (1.579 m)
17. Etappe: Von Peio zum Rifu io A. Bozzi Es geht durch ein unbesiedeltes Gebiet, das im 1.Weltkrieg heftig umkämpft wurde.
Kompasskarten No. 72 und No. 71
Peio (1.579 m) 105 / Höhenweg Val Taviela (Bachüberquerung) Höhenweg / 124 Refugio Fontanino (1.700 m) Bergpfad Mga. Cellentino (2.000 m) Bergpfad / 111 Forzellina di Montozzo (2.613 m) 111 Rifugio A.Bozzi al Montozzo (2.478 m).
18. Etappe: Vom Rifueio A.Bozzi nach Temù Bevor es
in die Adamello-Gruppe hineingeht, wandern wir durch das belebte Tal des
Narcanello.
Kompasskarte No. 71, 1 : 50.000
Rifugio A. Bozzi al Montozzo (2.478 m) 2 / Alta Via Camuna Ponte di Legno (1.257 m) 10 Temü (1.155 m)
19. Etappe: Von Temü zum Rifugio Garibaldi
Kompasskarte No. 71, 1 : 50.000
Temü (1.155 m) 11 Lago d' Avio (1.900 m) 11 Lago Benedetto (1.929 m) 11 Refugio Garibaldi (2.553 m)
20. Etappe: Vom Refugio Garibaldi zum Refugio Tonolini Die erste Etappe auf diesem sehr schönen Höhenweg durch die Adamello-Gruppe.
Kompasskarte No. 71, 1 : 50.000
Rifugio
Garibaldi (2553m)
Sentiero Adamello / 1 Passo di Premassone (2.923 m) 1 Lago Premassone (2.719 m) 1 Rifugio Tonolini (2.450 m)
21. Etappe: Vom Refugio Tonolini zum Refugio Prudenzini Der Weg über den Passo del Miller ist etwas anstrengend wenngleich sehr schön.
Kompasskarte No. 71, 1 : 50.000
Rifugio Tonolini (2.450 m) 1 Lago Baitone (2.281 m) 1 Passo del Gatto (2.103 m) 1 Rifugio Gnutti (2.166 m) 1 Passo del Miller (2.826 m) 1 Rifugio Paolo Prudenzini(2.225 m)
22. Etappe: Vom Refugio Prudenzini zum Refugio Lissone Wieder geht es etwas mühsam über einen Paß.
Kompasskarte No. 71, 1 : 50.000
Rifugio
Prudenzini (2.225 m)
1 Passo di Poia (2.775 m) 1 Cuel de Manzoler (2.180 m) 1 Rifugio Lissone (2.017 m
23. Etappe: Vom Rifugio Lissone zum Rifugio Brescia Auf dieser Etappe verließen wir den Sentiero Adamello ein Stück, weil er uns etwas zu gefährlich erschien.
Kompasskarte No. 71, 1:50.000
Rifugio Lissone (2.017 m) 24 Passo Forcel Rosso (2.601 m) 245 Lago di Campo (1.944 m) 242 Passo di Campo (2.288 m) 1 Rifugio Brescia (2.574 m)
24. Etappe: Vom Rifueio Brescia zum Rifui;io Gabriele Rosa Hinter dem Passo Brescia folgt ein steiler Abstieg über einen Felsen, der sich aber auch links umgehen läßt.
Kompasskarte No. 71, 1 : 50.000
Passo Brescia (2.718 m) 1 Passo della Rossola (2.372 m) 1 Passo di Blumone (2.633 m) 1 Rifugio Gabriele Rosa (2.353 m)
25. Etappe: Vom Rifugio Gabriele Rosa zum Refu io . Tassara Nach dem Ende des Sentiero Adamello geht es gemütlich bergab.
Kompasskarte No. 103, 1: 50.000
Rifugio Gabriele Rosa (2.353 m) 18 Passo di val Fredda (2.338 m) 18 Rifugio C. Tassara (1.799 m)
26. Etappe: Vom Rifugio C. Tassara zur Malga Ravenola Vaga Die markierten und nummerierten Wanderwege liegen nun hinter uns. Wir müssen jetzt sehr umsichtig mit Karte und Kompaß auf Wegen und Pfaden wandern. Am Ende der Etappe müssen wir in einer Malga (Schutzhütte für Hirten) biwakieren.
Kompasskarte No. 103, 1 : 50.000
Rifugio
Tassara (1.799 m)
Pfad Bazena (1.802 m) Pfad Ponte di Fontanazza (1.460 m) Pfad Mga. Cogolo (1.543 m) Pfad Travagnoto(1.485 m) Pfad C, se Limen (1.432 m) Pfad Sesa di Sopra (1.329 m) Pfad Sesa di Sotto (1.148 m) Pfad Ponte di Sesa (1.171 m) Pfad Casina Vecchia (1.428 m) Pfad Mga. Ravenola Vaga (1.880 m)
27. Etappe: Von der Mag. Ravenola Vaga nach Collio Auch auf dieser Etappe sind die Wege weder markiert noch nummeriert.
Kompasskarte No. 103, 1: 50.000
Mga. Ravenola Vaga (1.880 m) Pfad Monte Dasdana (2.191 m) Pfad nach Süden zum Karrenweg / Karrenweg nach Westen Passo delle Sette Crocette (2.075 m) Pfad nach Süden Mesorzo (1.692 m) Pfad Memmo (987 m) Dorfstraße oder Pfad südlich der Dorfstraße. Collio (888 m)
28. Etappe: Von Collio nach Ombriano Man geht auf Forstwegen, Wegen und Pfaden; keine Markierung, keine Wegnummern
Kompasskarte No. 103, 1 : 50.000
Collio (888 m) Weg Ciucco Weg Vezale (1.168 m) Weg Campo di Nasso (1.513 m) Weg Pian del Bene di Sotto (1.494 m) Serpentinenweg Ronchi (1.142 m) Weg Le Piazze (1.231 m) Weg Rifugio Ca Fiurida Weg (keine Übernachtungsmtöglichkei) Lazaretto (1.106 m) Weg Ombriano (900 m) Weg
(Übernachtung im Albergo oder privat)
29. Etappe: Von Ombriano nach Lumezzane Auf dieser Wanderung nach einem Meßtischblatt kann auch ein GPS-Gerät zur Orientierung helfen.
Karten: Tavernole sul Mella, 1 : 25.000 Lumezzane, 1 : 25.000
Ombriano (900 m) Weg Fontana Steig Fucine (694 m) Steig Passo della Cavada (1.158 m) Weg Villa (722 m) Wiesenweg Prati di Feifo Wiesenweg Lembrio-Tal (537 m) Weg Navezzole (832 m) Weg Passata Vallazzo (1.185 m) Weg Tesa Guizzi (1.171 m) Weg Corna di Sonclino (1.352 m) Weg Casello (1.300 m) Weg M. Dossone (1.339 m) Weg / betonierter Steig
30. Etappe: Von Lumezzane nach Brescia Auch auf der letzten Etappe muß man sehr Weg sorgfältig - am besten mit einem GPS Gerät - den Weg suchen. Vom Vorort Nave sollte man den Bus zum Bahnhof nehmen.
Karte: Lumezzane, 1 : 25.000
Lumezzane (535 m) Weg Faidana (411 m) Weg Baione (484 m) Weg Roncadure (468 m) Weg C. Settime (525m) Weg Spitzkehre der Fahrstraße (639 m) Weg V. delle Monache (799 m) Weg Fratta dell'Erba (560 m) Weg Piezze (272m) asphaltierter Weg Nave (240 m)
In diesem Vorort von Brescia endet die Wanderung.
Erschienen
in "Der Weit- und
Fernwanderer"
Heft 2 / 1999
Die Wege und ihre Markierung
Von Werner Hohn
Die Markierung der Weit- und Fernwanderwege ist immer einheitlich. Ein weißes Männchen auf blauem Spiegel, gelegentlich ergänzt um den Namen der Route. Wo erforderlich, wird die Markierung um eindeutige Richtungspfeile ergänzt. Selten trifft man auf das schwarze „X“ oder Andreaskreuz zur Kennzeichnung der E-Wege.
Der Heerweg (dän. Hærvejen)
Übern den 270 km langen Heerweg (Viborg – Padborg) muss man nicht viel sagen. Neben dem Gendarmenpfad ist das Dänemarks bekanntester Weitwanderweg. Wanderkarten gibt es keine. Alle Karten die man benötigt können im Maßstab 1:50.000 aus dem Internet runtergeladen werden und lassen sich ausdrucken. Der Drucker wird 15 Karten im DIN A 4 Format auswerfen. Neben den beiden Wegvarianten (Fuß- und Radweg) enthalten die Karten Symbole für Campingplätze, Primitive Zeltplätze und Touristeninformationen.
Die Markierung, weißes Männchen auf blauem Spiegel, ist sehr gut. Meist findet man das Schildchen auf extra aufgestellten Pfählen, in Orten als Aufkleber an Masten und Mauern.
Im Norden zwischen Viborg und Nørre Snede ist der Weg sehr einsam. Dort kann es laut Auskunft des DVL und der Touristeninfo in Vojens auf einigen Strecken erforderlich sein, auf einen einfachen Zeltplatz auszuweichen oder die Etappen zu verlängern. Die Karten im Internet zeigen das sehr gut, so das sich gut vorplanen lässt. Oder man bezieht die weiter unten erwähnten Wander- und Pilgerherbergen mit in die Planung ein.
Wer den ganzen Weg gehen will, sollte von Norden nach Süden gehen. Einmal ist es angeblich die „traditionelle“ Gehrichtung, und der nördliche Teil soll auch schöner sein – wenn auch weltabgeschiedener.
Natürlich wird der Heerweg über viele befestigte Wirtschaftswege, kleine ruhige Sträßchen und einige Radwege geführt. Immer da wo es möglich ist, wird aber auf Wiesen- und Waldwege zurückgegriffen, auch wenn dafür teils erhebliche Umwege in Kauf genommen werden.
Fast alles übern Heerweg: http://www.haervej.dk/german/index.htm
Ein aktuelles Unterkunftsverzeichnis (PDF) ohne die Zeltplätze gibt es nur in der dänischen Version der Seite: http://www.haervej.dk/Overnatningsmuligheder_langs_Haervejen.pdf
Seit einigen Jahren ist der Heerweg Teil der dänische Pilgerwege. Das hat dazu geführt, dass man heute zwischen Viborg und Padborg 10 private Pilger- oder Wanderherbergen vorfindet. Meist sind es einfache Unterkünfte mit Etagenbetten in großen Schlafräumen. Küche und Dusche sind überall vorhanden. Wir haben einmal in einem dieser Häuser geschlafen und 10 Euro pro Person gezahlt. Nach einem Pilgerausweis hat niemand gefragt. Eine Übersicht als PDF gibt es bei: http://www.pilgrimsvandring.dk/index.php?download=HerbergerLangsHaervejen.pdf
Die Wanderroute Århus – Silkeborg (dän. Vandreruten Århus – Silkeborg)
63 Kilometer gibt der Flyer für die Wanderroute Silkeborg – Århus an. Schon beim Blick auf die darin enthaltende Karte wurde uns klar, dass das nicht ganz richtig sein kann. Die Durchquerungen der Städte Silkeborg, Skanderborg und Århus sind wohl nicht mitgerechnet worden. Neben einer kurzen Beschreibung der Sehenswürdigkeiten am Weg enthält der Flyer brauchbare topographische Karteausschnitte 1:100.00 die die komplette Strecke abdecken.
Zusammen mit der sehr guten Markierung reicht der Flyer aus. Allerdings beginnt oder endet die Markierung an den Stadträndern von Silkeborg und Århus. Die komplette Stadtdurchquerung von Skanderborg ist nicht markiert.
Der Herausgeber ist das Århus Amt. Bezogen werden kann der Flyer über den DVL - Dansk Vandrelaug. Internet: http://www.dvl.dk/358/158
Die Molsroute (dän. Molsruten oder Vandreruten Grenaa- Århus)
Die 80 Kilometer lange Molsroute beginnt am Fährhafen in Grenå und endet unterhalb der Jugendherberge von Århus am Rand des Stadtparks. Von allen drei hier erwähnten Strecken war die Molsroute die mit der schlechtesten Markierung. Teils fehlten die Schilder komplett, wie im Bereich der nördlichen Vorstädte von Århus, teils war die Markierung sehr lückenhaft. Allerdings reicht auch hier der sehr gute Flyer, um den Weg sicher zu finden. Im Bereich zwischen der Hafenstadt Grenå und Rugård (erste Etappe von Norden) soll keine Markierung vorhanden sein. Dort gibt der Küstenverlauf den Weg vor.
Wer im Sommer unterwegs sein will, sollte berücksichtigen, dass der Weg teils über den Strand geführt wird. Besonders im Bereich von Århus könnte man dann Irritationen bei den Badegästen auslösen, vom fehlenden Platz für eine Strandwanderung mit Rucksack ganz zu schweigen.
Der Herausgeber ist das Århus Amt. Bezogen werden kann der Flyer über den DVL - Dansk Vandrelaug. Auf deren Internetseite lässt sich der Flyer als PDF runterladen und ausdrucken:
Wandergebiet: Korsika
Grande Randonée 20 (GR 20)
Charakter:
Alpiner
Weitwanderweg über 200 km Länge, teilweise mit Kletterstellen -durch Ketten
gesichert-, nichts für Anfänger, aber traumhafter Weg mit herrlichen
Ausblicken über die ganze Insel. Vor allem im Frühsommer oder Herbst sollte
man den Weg nicht unterschätzen. In den 80er Jahren sind 2 Wanderer aus unserer
Region im Schneesturm wenige 100 Meter vor einer Berghütte erfroren. Im Juli
und August nur zu empfehlen für Wanderer mit Zelt, da die Hütten hoffnungslos
überbelegt sind. Infolge der Führung des Weges durch die Nationalparks,
besteht nur eingeschränkte Möglichkeit zur Verpflegung und zum Einkauf von
Lebensmittel. Wer in den Selbstversorgerhütten übernachtet, benötigt einen
Schlafsack.
Etappeneinteilung:
1. Calenzana – Refuge d’Ortu di u Piobbu 2. Refuge d’Ortu di u Piobbu – Refuge de Carozzu 3. Refuge de Carozzu – Haut-Asco
4. Haut-Asco – Refuge de Tighjettu 5. Refuge de Tighjettu – Castel di Vergio 6. Castel di Vergio – Refuge de Manganu 7. Refuge de Manganu – Refuge de Petra Piana 8. Refuge de Petra Piana – Refuge de l’Onda 9. Refuge de l’Onda – Vizzavona (Gare) 10. Vizzavona – Bergeries de Capanelle 11. Refuge de Capanelle – Refuge de Prati 12. Refuge de Prati – Refuge d’Usciolu 13. Refuge d’Usciolu – Refuge de Asinau 14. Refuge d’Asinau – Refuge d’I Paliri 15. Refuge d’I Paliri - Conca
Literatur:
Topo-guide „A travers la montagne corse“ (auf Französisch mit Kartenausschnitten) Hans Schymik: Bergwelt Korsika, Führer für Wanderer und Bergsteiger (Verlag Fink-Kümmerly + Frey) Hans Schymik: Korsika Wanderführer (Verlag J. Berg) Schröder/Pagenstecher: Korsika inkl. GR 20 (Verlag Martin Velbinger)
Karten:
Corse du Nord, Edition Didier Richard, 1:50.000 (vollkommen ausreichend) Corse du Sud, Edition Didier Richard, 1:50.000 Detailkarten IGN 1:25.000
Korsika, Mare a mare Nord
Der „Mare a mare Nord“ ist eine von mehreren Alternativen für Wanderer zum „GR 20“, der leider im Sommer hoffnungslos überlaufen ist. Mit 1592 Meter maximaler Höhe eignet er sich für Wanderungen im Frühjahr und Herbst. Im Gegensatz zum GR 20 weist er keine Kletterstellen auf und hat keinen ausgesprochenen alpinen Charakter. Da er nicht nur im Nationalpark verläuft, wird bei den Unterkünften auf die Ortschaften zurückgegriffen, sodaß auch die Versorgungslage erheblich besser ist, als auf dem GR 20. Die Übernachtung erfolgt in Hotels und Wanderunterkünften (teilweise mit oder ohne Verpflegung). Die Mitnahme zumindest eines Hüttenschlafsackes ist zweckmäßig. Der Wanderer sollte nicht vergessen, dass im Landesinnern kein Mittelmeerklima herrscht und die Nächte empfindlich kalt werden können. In 10 Tagesetappen wird Korsika von Ost nach West durchquert. Die letzten 2 Tagesetappen verläuft er gemeinsam mit dem „Mare e Monti“.
Wegeverlauf:
1. Etappe: Moriani – Pied’Alesani 2. Etappe: Pied’Alesani – Pianellu 3. Etappe: Pianellu – Sermano 4. Etappe: Sermano – Corte 5. Etappe: Corte – Refuge „A Sega“ 6. Etappe: Refuge A Sega – Albertacce 7. Etappe: Albertacce – Col de Vergio 8. Etappe: Castel di Vergio – Marignana 9. Etappe: Marignana – Refuge „A Case“ 10. Etappe: A Case – Cargèse
Internet: www.parc-naturel-Corse.com
Literatur: Topo-guide „Corse“ Nr. 065, Entre mer et montagne (auf Französisch mit Kartenausschnitten), 4. Auflage 1997 Abenteuer & reisen: „Korsika entdecken & erleben“, Mairs Geographischer Verlagen, 1. Auflage 1996 (siehe auch Literatur bei GR 20)
Karten: Detailkarten IGN 1:25.000 Corse du Nord, Edition Didier Richard 1: 50.000 (Neuauflage in Vorbereitung)
Korsika, Mare e monti
Der „Mare e monti“ ist eine von mehreren Alternativen für Wanderer zum „GR 20“. Mit 1153 Meter maximaler Höhe eignet er sich für Wanderungen fast das ganze Jahr über. Im Gegensatz zum GR 20 weist er keine Kletterstellen auf und hat keinen ausgesprochenen alpinen Charakter. Da er nicht nur im Nationalpark verläuft, wird bei den Unterkünften auf die Ortschaften zurückgegriffen, sodaß auch die Versorgungslage erheblich besser ist, als auf dem GR 20. Die Übernachtung erfolgt in Hotels und Wanderunterkünften (teilweise mit oder ohne Verpflegung). Die Mitnahme zumindest eines Hüttenschlafsackes ist zweckmäßig. Der Wanderer sollte nicht vergessen, dass im Landesinnern kein Mittelmeerklima herrscht und die Nächte empfindlich kalt werden können. In 10 Tagesetappen wird Korsika im Westen von Nord nach Süd, ausgehend von Calenzana –gleichzeitig auch Beginn des GR 20- bis nach Cargese, das von griechischen Flüchtlingen während der Zeit der Genuesenherrschaft auf Korsika gegründet wurde, gequert. Die letzten 2 Tagesetappen verläuft er gemeinsam mit dem „Mare a Mare Nord“.
Wegeverlauf:
1. Etappe: Calenzana – Bonifatu 2. Etappe: Bonifatu – Tuarelli 3. Etappe: Tuarelli – Galeria 4. Etappe: Galeria –Girolata 5. Etappe: Girolata – Curzu 6. Etappe: Curzu – Serriera 7. Etappe: Serriera – Ota 8. Etappe: Ota – Marignana 9. Etappe: Marignana – Refuge „A Case“ 10. Etappe: "A Case" - Cargèse
Internet: www.parc-naturel-Corse.com
Anreise Flug: Air France: www.airfrance.fr CCM: www.corsemed.com Air Littoral: www.airlittoral.com Air Lib: www.airlib.com
Anreise Schiff: Société nationale corse méditerranée: www.sncm.fr Corsica Ferries: www.corsicaferries.com
Literatur: Topo-guide „Corse“ Nr. 065, Entre mer et montagne (auf Französisch mit Kartenausschnitten), 4. Auflage 1997 Abenteuer & reisen: „Korsika entdecken & erleben“, Mairs Geographischer Verlagen, 1. Auflage 1996 (siehe auch Literatur bei GR 20)
Karten: Detailkarten IGN 1:25.000 Corse du Nord, Edition Didier Richard 1: 50.000 (Neuauflage in Vorbereitung)
Qualitätswanderwege auf der
Von Günther Krämer
Endlich hat auch die Schwäbische Alb, die sich bisher nicht weniger
Wander-Superlative rühmte, ihre Qualitätswanderwege.
Die Vergangenheit: Der Schwäbische Albverein ist außerhalb der Alpen der älteste
und mitgliederstärkste Wanderverein, sein Wegenetz ist dicht, das
Markierungssystem mit Hauptwegen, Querwegen und Zugangswegen stammt aus dem 19.
Jahrhundert und ist für Außenstehende kaum zu durchschauen, die Hauptwanderwege
führen als echte Weitwanderwege von A nach B, der HW 1, der Alb-Nordrand-Weg,
gilt als aussichtsreichster (schönster?) Wanderweg in Mitteleuropa außerhalb der
Alpen. Was will man mehr?
Die Fakten:
Ortsverbindungswege und Feldwege und damit viele SAV-Wanderwege wurden
asphaltiert, die Flurbereinigung hat den rechten Winkel in die Landschaft
eingebaut, viele Wege, die früher durch Obstwiesen führten, enden heute am
Kreisverkehr an der Zufahrt zum neuen Gewerbe- oder Wohngebiet. Und an schönen
Wochenenden überfluten Menschen- und Automassen die schönsten Teile der Alb,
Motorräder
verlärmen den Albaufstieg, der Verdichtungsraum um
Stuttgart ist nah! Einige Jugendherbergen wurden geschlossen, in verschiedenen
Wanderheimen kann man nicht mehr übernachten.
Nun sind der
Donauberglandweg und der Donau-Zollernalb – Weg als Qualitätswege zertifiziert,
Der Hohenzollernweg, der Alb-Nordrand-Weg, der
Alb-Südrand-Weg oder der Burgenweg verdienen auf
langen Abschnitten das Prädikat, z. T. läuft das Zertifizierungsverfahren. Neben
dem einfachen Dorfwirtshaus mit bodenständiger Küche lockt der Rest der
inzwischen stark ausgedünnten Gastronomie mit Sternen, Kochmützen und
SlowFood-Schnecken. Es lohnt sich also doch, auf der Schwäbischen Alb weit
zuwandern!
Donauberglandweg
In vier Tagesetappen führt der Weg
von den zehn Tausendern, den höchsten Erhebungen der Schwäbischen Alb (Lemberg
1015 m), hinunter zum Donaudurchbruch durch die Schwäbische Alb. Vom
Lembergturm, einer dem Eiffelturm nachempfundenen Stahlkonstruktion blickt man
bei guter Sicht vom Feldberg im Schwarzwald bis zu den Schweizer Alpen. An der
Hangkante geht es aussichtsreich zum Klippeneck (967 m), dessen Wetterstation
mit die meisten Sonnenscheinstunden Deutschlands verzeichnet. Das
Claretinerkloster auf dem Dreifaltigkeitsberg, ein bedeutender Wallfahrtsort,
ist erster Höhepunkt der zweiten Etappe, die in über 900 m Höhe über die
wunderbare Landschaft der Albhochfläche mit ihren vom Frühjahr bis
in den Herbst hinein blütenreichen Wacholderheiden schließlich durchs Lipbachtal
ins hoch über der Donau liegende alte Städtchen
Mühlheim führt. Die
Karstlandschaft der Schwäbischen Alb stellt sich auf der dritten Etappe vor: Die
hauptsächlich bei Immendingen versickerte Donau erhält durch Nebenflüsse
allmählich wieder Wasser, Tropfsteinhöhlen wie die Mühlheimer Felsenhöhle oder
die Kolbinger Höhle und schließlich am Etappenende die ersten hoch aufragenden
Felsen des Donaudurchbruchs, der Knopfmacherfels und der Stiegelesfels bei
Fridingen. Die vierte Etappe schließlich führt hoch über dem Durchbruchstal der
Donau über das Schloss Bronnen zum Benediktinerkloster Beuron. Mit einer Länge
von knapp über 70 km und einer Dauer von 4 Tagen erfüllt der Donauberglandweg
allein nicht die
Kriterien für einen Weitwanderweg. Aber drei insgesamt 46 km lange
Extra-Rundwanderwege ergänzen den Weg.
Donau-Zollernalb-Weg
Der rührige und für das Wandern
sehr aufgeschlossene Tourismuschef des Landkreises Tuttlingen, Walter Knittel,
hat das Potential der großartigen Landschaft erkannt. So wurde der
Donauberglandweg durch den Donau-Zollernalb-Weg ergänzt, der in Beuron direkt an
den Donauberglandweg anschließt und in weiteren 10 Etappen über 162 km in einem
großen Bogen über die Alb zurück zum Ausgangspunkt, dem Lemberg, führt. Von
Beuron bis Hausen im Tal und auf den nächsten beiden Abschnitten bis Gutenstein
und Sigmaringen dominieren die Burg Wildenstein und das Schloss Werenwag neben
vielen Ruinen über hohen Felswänden, im Tal romantische Abschnitte mit alten
Mühlen,
Höhlen über Höhlen, das ehemalige Kloster Inzigkofen und schließlich die
Hohenzollernresidenz Sigmaringen. Von hier aus geht es ins malerische
Laucherttal, zunächst ins pittoreske Städtchen Veringenstadt, wo der
Neandertaler auf der Donaubrücke den Wanderer empfängt und seine Höhlen schon
von weitem zu sehen sind. Über Hettingen, eine der kleinsten Städte des Landes,
aber mit einem großen Schloss ausgestattet, wird das ehemalige Oberamtsstädtchen
Gammertingen erreicht. Danach geht es hinauf auf die ruhige Albhochfläche,
hinüber zur Ruine Straßberg, dann oberhalb des Schmeietals nach Albstadt, wo
Textilindustrie und Jugendstilgebäude dominieren. Der Weg geht weiter zum
Stauffenberg-Schloss in Lautlingen, dann den Berg hoch zur höchstgelegenen Stadt
Deutschlands, Meßstetten, 907 m über dem Meer. Man vermutet in dieser Höhe
eigentlich nur noch Wald oder Weiden. Tatsächlich ist Meßstetten Industriestadt,
und in der Umgebung gibt es sogar, wenn auch wenig ertragreich, Getreideanbau,
den höchsten nördlich der Alpen. Am Albrand entlang besteigen wir noch alle zehn
über 1000 m hohen Erhebungen der Alb und genießen die Ausblicke vom Albtrauf ins
Albvorland.
Hohenzollernweg
Dieser Weitwanderweg wurde vom
Albverein markiert und führt in 11 Etappen über 224 km von Residenz zu Residenz
durch das ehemalige Fürstentum Hohenzollern. Stichwortartig der Verlauf: Glatt –
Haigerloch – Hechingen – Burladingen – Gammertingen – Laucherttal – Hettingen –
Veringenstadt – Sigmaringen („Hauptstadt“ von Hohenzollern) – Inzigkofen –
Donaudurchbruch bis Beuron – Meßstetten – „Tausender“ am Albtrauf – Schömberg –
Geopark-Infostelle Dotternhausen – Rosenfeld – Glatt. Teilweise verläuft der
Hohenzollernweg auf den oben beschriebenen Qualitätswegen. Aber auch auf den
anderen Abschnitten ist der Weg meistens der Zertifizierung würdig. Diese hat
der Hohenzollernweg eigentlich überhaupt nicht nötig, denn er
verknüpft mit Residenzschlössern, malerischen Altstädten, Höhlen, hohen
Aussichtsbergen, wertvollsten Naturschutzgebieten, Wallfahrtskirchen von der
Romanik bis zum Jugendstil, alten Mühlen, Burgen und Ruinen, Synagogen, Museen
aller Art, Geopark-Infozentren, Naturschutzzentren, Karstformen wie Dolinen und
Trockentäler, wildromantischen Tälern und einmaligen Fossilienfundstellen so
ziemlich alles, was ein Weitwanderweg überhaupt bieten kann.
Unsere Mitgliederwanderung zeigt einen kleinen Ausschnitt aus der
Wanderlandschaft an der Oberen Donau.
Näheres unter
www.lustwandeln.net/schwalb.htm
und
www.hohenzollernstrasse.de/tourenvorschlaege/zu_fuss/ Erschienen in "Wege und Ziele" Zeitschrift des Vereins Netzwerk Weitwandern e.V. Ausgabe 29 - August 2009
Wicklow Way (Teil des E 8) Streckenwanderung Marlay Park (County Dublin) - Clonegal (County Carlow) 132 km
Region: Leinster (Eastern Region)
Etappen: siehe www.walkireland.ie (Englisch), 11 Etappen (Halbtagestouren)
Internetadresse: www.wicklowway.com
Betreuung des Weges: National Waymarked Ways Advisory Committee, Irish Sports Council, West End Business Park, Blanchardstown, Dublin 15, Tel: 00353(0)1-860 8823, E-Mail: cmacdonnell@irishsportscouncil.ie Internet: www.walkireland.ie
Wanderführer: Michael Fewer, „The Wicklow Way“, (1998), enthält auch Kartenausschnitte, Ordnance Survey Ireland, ISBN 1-901496-12-0 Wicklow Way Map Guide –EastWest Mapping The Complete Wicklow Way J.B. Malone (veraltet) “Abenteuer Trekking”, Irland, Ute und Peter Freier, Bruckmann-Verlag (einziger deutschsprachiger Führer, nicht mehr im Buchhandel erhältlich)
Wanderkarten: Discovery Series Nr. 56 Wicklow, Dublin, Kildare und Nr. 62 Carlow, Wexford, Wicklow
Unterkünfte: Wicklow Way | Accommodation
siehe auch „Wege und Ziele“ Ausgabe 18, Dezember 2005
The South Leinster Way (Teil des E 8)
Streckenwanderung Kildavin (County Carlow) – Carrick-on-Suir (County Kilkenny) 100 km
Region: Leinster (Eastern Region)
Etappen: siehe www.walkireland.ie (Englisch), 11 Etappen (Halbtagestouren)
Betreuung des Weges: National Waymarked Ways Advisory Committee, Irish Sports Council, West End Business Park, Blanchardstown, Dublin 15, Tel: 00353(0)1-860 8823, E-Mail: cmacdonnell@irishsportscouncil.ie, Internet: www.walkireland.ie
Wanderführer: The South Leinster Way Map Guide, ISBN 1 899815 00 7 –EastWest Mapping, Tel./Fax 00353(0)54/77835, E-Mail: eastwest@eircom.net, Internet: EastWest Mapping: Ireland Walking Maps. Guidebooks.
Wanderkarten: Discovery Series Nr. 68, 75, 76
Kontaktadresse: Kilkenny Tourist Office, Rose Inn Street, Kilkenny, Tel. 00353(0)56 – 51500, Email: kdowling@southeasttourisme.ie
Unterkünfte: www.southeasttourism.ie
The Grand Canal Way Streckenwanderung Lucan Road Bridge, Lock 12 (Lucan or Milltown), County Dublin – Shannon Harbour (County Offaly) 114 km
Region: Leinster (Eastern Region)
Etappen: siehe www.walkireland.ie (Englisch)
Betreuung des Weges: National Waymarked Ways Advisory Committee, Irish Sports Council, West End Business Park, Blanchardstown, Dublin 15, Tel: 00353(0)1-860 8823, E-Mail: cmacdonnell@irishsportscouncil.ie, Internet: www.walkireland.ie
Wanderführer: Guide to the Grand Canal, The Waterways Service
Wanderkarten: Discovery Series Nr. 47, 48, 49, 50, 53
Kontaktadresse: Waterways Service, Dúchas, the Heritage Service, 17 – 19 Lower Hatch Street, Dublin 2, Tel.: 00353(0)1-647 2557, Email: waterwaysireland@ealga.ie
PTTK Oddz. Warminsko-Mazurski
Polnische Gesellschaft für Touristik und Heimatkunde
Eine rot markierte
Weitwanderroute durch das polnische Ermland Wojewodschaften bis zur
Kopernikus-Geburtsstadt Thorn Der Kopernikus-Weg führt
den Wanderer und die Wanderin durch sehr unterschiedliche Landschaftstypen. Der
Weg folgt verschiedenen in tiefeingeschnittenen oder in weiten Ebenen fließenden
Flüssen, geht durch umfangreiche Laub- und Kiefernwälder und durchquert immer
wieder fruchtbares bäuerliches Land, kommt schließlich zum Meer und geht dann
entlang der Nogat und Weichsel. Dabei werden viele Dörfer und kleine und große
Städte mit langer Geschichte berührt. Der Weg trägt seinen Namen nach dem
Astronomen Nikolaus Kopernikus, der von 1473 bis 1543 lebte und als Domherr und
Bistumsadministrator des Ermländischen Kapitels an verschiedenen Orten, die der
Weg berührt, über längere Zeit tätig war. Von Olsztyn (Allenstein)
bis Lidzbark Warminski (Heilsberg)
ist der Kopernikus-Weg deckungsgleich mit dem Europäischen Fernwanderweg
E 11. Von Braniewo (Braunsberg) bis Elblag (Elbing) benutzt der Kopernikus-Weg
die Trasse des Ostsee-Fernwanderweges E 9. Der Kopernikus-Weg ist
durchgehend weiß-rot-weiß markiert. Der Wegeverlauf des
ermländischen Abschnittes ist in der Staatlichen Kartenserie M. 1: 100.000 in
den Blättern N-34-77/78 Olsztyn, N-34-65/66 Bartoszce, N-34-51/52 Braniewo und
N-34-63/64 Elblag eingezeichnet.
0,0 km
Olsztyn, Das Hohe Tor in Olsztyn
bildet den Anfang bzw. das Ende des Wanderweges. Olsztyn (Allenstein)
erlangte Stadtrechte im Jahr 1353. Der Wanderweg beginnt an den
mittelalterlichen Befestigungen der Stadt und fűhrt ins Tal der Łyna (Alle).
Unterwegs kann man noch einen Blick auf die Burg des Ermländischen Domkapitels
werfen, in der Kopernikus interessante Dokumente seiner Himmelsbeobachtungen
hinterließ. Hinter einer Eisenbahnunterführung aus der 2. H. des 19. Jh. beginnt
der Stadtwald und der Durchbruch des Flusses Łyna.
3,0 km
Abzweigung anderer Wanderwege bei der Smętek-Brücke.
5,0 km
im Westen kann man den Stausee des Wasserkraftwerkes sehen, das 1907 beim
Zusammenfluß von Łyna und Wadąg errichtet wurde. Hier trifft man auf einen gelb
markierten Wanderweg.
11,0 km
Der Weg erreicht die Straße Dywity-Brąswałd. In der Ferne ist bereits das Dorf
Brąswałd sehen. Das Dorf Brąswałd
(Braunswalde) wurde 1337 gegründet. Walenty Barczewski war hier um 1900
Gemeindepfarrer. In diesem Dorf wurde auch die bekannte Dichterin Maria Zientara
Malewska geboren. Der Wanderweg verläuft neben ihrem Geburtshaus, an dem Gebäude
befindet sich ein Bronzekopf und eine Gedenktafel. Sehenswert sind die Kirche
der heiligen Katharina (1896) mit einer bemerkenswert vollständig erhaltenen
neugotischen Ausstattung und dekorativen Wandmalereien, die 1912 auf Anregung
vom Barczewski entstanden sind. Gegenüber liegt der schöne Friedhof. Hinter dem
Dorf die Stauanlage und das Elektrizitätswerk der Łyna.
12,0 km
Brücke über das kanalisierte Flußbett, das während des Baues des
Elektrizitätswerks in den 1930er Jahren entstanden ist.
14,5 km
Barkweda, hier lieferte sich 1807
das Heer von Napoleon ein Gefecht mit russischen und preußischen Soldaten um die
Brücke über die Łyna (wichtig als Weg nach Olsztyn).
15,0 km
Haltestelle Bukwałd der Bahnlinie Olsztyn – Braniewo Hinter der Haltestelle
Bukwałd erreicht der Wanderweg nach einer Weile den Pupla-See, es besteht hier
die Möglichkeit zu baden und zu zelten.
21,0 km
Cerkiewnik mit Haltepunkt der Bahnlinie Olsztyn – Braniewo. Das Dorf hat eine von
weitem sichtbare neugotische Kirche. Nordwestlich vom Dorf liegt in 118 m.ü.M.
eine frühgeschichtliche Pruzzenburg, von dort gute Aussicht auf die Umgebung und
den Limajno See).
29,0 km
Der Weg
am
Nordufer des Limajno See berührt ein Erholungszentrum mit Einkehrmöglichkeiten.
32,0 km
Der
Wanderweg erreicht das Dorf Swobodno und biegt links in einen Feldweg ein. (Bei
Bedarf kann hinter dem Dorf an der Straße nach Dobre Miasto eine Bushaltestelle
benutzt werden.) Auf dem Feldweg gelangt man nach Glotowo.
32 km
Glotowo hat eine große Barockkirche mit außen unverputzten Ziegelmauern. In der
Nähe der Kirche befindet sich eine ausgedehnte Kalvarienberg-Anlage aus dem
späten 19. Jh., d. h. ein Nachbau des Passionsweges mit 14 Kapellen, die sog.
„Kalwaria Warmiska“.
35,0 km
Dobre Miasto Dobre Miasto ist ein
Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum, es verfügt über Krankenhaus, Eisenbahn,
Busangebote. Dobre Miasto (Guttstadt)
erlangte 1329 Stadtrechte. Der älteste Teil der Stadt liegt auf einer Insel der
Łyna. Die Stadt hat verschiedene interessante Sehenswürdigkeiten: einen Turm und
Reste der Stadtmauern; sehr bedeutend ist die Pfarrkirche (das frühere
Kollegiatsstift) aus der 2.Hälfte des 14 Jh., eine der größten Kirchen im
Ermland (Länge ca. 60 m, Breite ca. 27 m, Turm ca. 50 m hoch), die
Innenausstattung ist barock. Im Altar in dem linken Kirchenschiff befindet sich
ein spätgotischer sog. Gnadenstuhl, d. h. eine Skulptur von Gottvater mit Sohn
und Hlg. Geist;. moderne Orgel von hoher Qualität.
42.0
Smolajny,
Der Kopernikusweg kommt
noch außerhalb des Dorfes zu einem barocken Schloß mit Park, der früheren
Sommerresidenz der ermländischen Bischöfe aus der ersten Hälfte des 18 Jh., in
der jetzt eine landwirtschaftliche Oberschule untergebracht ist. Der Wanderweg
geht anschließend eine Strecke neben der Łyna weiter.
44,0
km
Der Weg führt dann über Dębowa Góra, eine der vielen Moränenhöhen.
47,3 km
Brücke über die Łyna
48,0 km
Waldparkplatz an der Straße Lidzbark Warminski – Dobre Miasto
51,0 km
Gut
Wróblik
53,00 km
vor der Brücke über die
Łyna biegt der Weg nach rechts ab.
Achtung: wir passieren die Brücke nicht.
60.00 km
Lidzbark Warmiski Die Stadt verfügt über
PKS, Post und Banken und hat ungefähr 18.5000 Einwohner. Sie liegt an den
Flüssen Łyna und Symsara und war die Hauptstadt des historischen Ermland. Auch
hier lebte Kopernikus längere Zeit im Auftrag seines Onkels, der Bischof des
Ermlandes war. Lidzbark Warmiski
(Heilsberg) besitzt wertvolle
Denkmäler der gotischen Architektur: das Schloß der Bischöfe von Ermland, die
Pfarrkirche, das Hohe Tor, weiterhin die Orangerie (Treibhaus) von Krasicki. Das
gotisches Schloß der Bischöfe von Ermland hat einen quadratischen Grundriß in
den Abmessung von 48,5 auf 48,5 m und besitzt einen zweigeschossigen Arkadenhof,
einen polygonalen Turm und drei schlanke Ecktürmchen. Im ersten Geschoß befinden
sich u.a. der Beratungssaal, die frühere Sakristei,
der Gerichtsaal und die sogenannte Sybilla- Kammer, die Schloßkapelle, der
Audienzsaal und Wohnräume. An Wänden des größten Schloßsaales befinden sich
Wappen der Bischöfe von Ermland, unter anderem das des Dichters Ignacy Krasicki.
Im Süden schließt sich der jüngere Palast des Bischofs Grabowski und Speicher
an. Im Hof steht eine Barockskulptur der Heiligen Katharina von 1756, ringsum
die Mauer mit zwei Basteien und dem Burggraben. aus dem 15. Jh.
70,0 km
Ignalin
(Reimerswalde)
Im
Jahr 1807 wurde bei diesem Dorf ein Kampf zwischen napoleonischen Soldaten und
russischen und preußischen Truppen ausgetragen, welcher mit dem Rückzug der
letzteren endete. In dem Dorf befindet sich eine Kirche mit Ausstattung vom Ende
des 18. Jh.
74,0 km
Runowo (Raunau) Dorf mit Pfarrkirche aus
dem 15. Jh. und guter Ausstattung.
79,0 km
Dorf Miejska Wola, in der Nähe fließt der Fluß Drweca Warminska. Achtung: Noch
vor dem kleinen Dorf mit Kapelle an der Brücke nach rechts abbiegen!
87,0
km Mingajny,
Das Dorf
Mingajny (Migehnen) in der
Großgemeinde Orneta (Wormditt) wurde 1311 gegründet, die Ansiedlungsprivilegien
wurden 1505 vom Bischof Lukas Watzenrode erneuert. Die Pfarrkirche St.
Laurentius stammt aus dem 14. Jh. und wurde später mehrfach umgebaut.
91.4 km
Landgut Kumajny
94.3 km
Henrykowo
ist ein Ort der Verwaltungsgemeinde Orneta. Henrykowo (Heinrikau)
existierte schon 1312 und erhielt 1326 ein Ansiedlungsprivileg. Sehenswert ist
die gotische Kirche der Heiligen Katharina und Maria Magdalena aus der Wende des
14./15. Jh. mit Pfarrhaus aus der 2. Hälfte des 18. Jh., Kapelle um 1800.
100,0 km
Dorf Borowiec Hinter dem Dorf eine
Anhöhe, von welcher es einen reizvollen Blick auf die Umgebung gibt, in der
Ferne Pieniężno. Links von der Stadt (sichtbar in der Ferne) das breite Tal des
Flusses Wałsza.
103,0 km
Pieniężno Ort und Verwaltungssitz
mit ungefähr 3.000 Einwohnern. Die Stadt erhielt nach 1945 ihren Namen nach dem
Redakteur und Herausgeber der „Olsztyner Zeitung“, Seweryn Pieniężny, der im
Konzentrationslager Hohenbruch ermordet wurde. In ca. 2 km Entfernung außerhalb
der Stadt liegt das Kloster und das Missionsmuseum der Verbisten-Patres
(Societas Verbi Divini, in Deutschland unter dem Namen Steyler Missionswerk
bekannt).
Pieniężno
(Mehlsack) erhielt 1312 das Stadtrecht. Etwas später erbaute das Ermländische
Kapitel die Burg, die zusammen mit den Stadtbefestigungen ein einheitliches
Wehranlagesystem bildete. Von 1466-1772 gehörte der Ort wie das ganze Ermland zu
Polen. Der letzte Hochmeister des Deutschen Ordens, Albrecht von Brandenburg,
eroberte die Stadt im Jahre 1520; sie wurde von ihm teilweise vernichtet. Im
Jahre 1626 wurde die Stadt von Schweden erobert und abgebrannt. Während des
letzten Krieges fanden in der Umgebung von Pieniężno erbitterte Kämpfe statt.
Die Stadt wurde zu 89 % vernichtet. Über der Wałsza (Walsch)
liegen die Ruinen der früheren Burg des Ermländischen Kapitels aus dem 14. Jh.
und aus der 1 Hälfte des 15. Jh., die im 16. und im 18. Jh. umgebaut wurde. Die
Anlage wurde 1945 zerstört. In den Jahren 1517 und 1519 verweilte hier Nikolaus
Kopernikus. Gegenüber der Burg liegt die kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul,
die 1894/ 95 in neugotischen Formen an einen älteren Turm gebaut wurde und als
einzige Kirche im Ermland fünfschiffig ist. In der Nähe Reste der
Stadtbefestigung und ein Turm aus dem 14. Jahrhundert (jetzt das Pfarrhaus). Wir
passieren die Kirche, gehen dann über Stufen herunter zum Fluß Wałsza und
betreten das Wałsza-Reservat. Der Wanderweg quert mehrmals den Fluß. Unterwegs
gibt es eine Kapelle aus dem 19. Jahrhundert, bei ihr ein netter Erholungsplatz.
(Man kann vorher den Wanderweg
verlassen und auf dem Weg zum Seminar der Verbisten gelangen.) Von der Kapelle
verläuft der rot markierte Wanderweg durch das Sumpfgelände. An Regentagen soll
man deshalb Feldwege, die höher liegen, wählen. Wir folgen genau der roten
Markierung und wir kommen zum Wald-Ende. Danach folgen wir dem Pfad und durch
die Wiese kommen wir zum Feldweg, neben der Kapelle. Hier biegen wir nach rechts
ab und folgen dem gepflasterten Weg zum Dorf Wojnity.
112,6
Wojnity.
Das
Dorf wurde im 14. Jahrhundert nach Kulmer Recht gegründet. Am Fluß auf der
rechten Seite der Straße steht die Kirche, der Wanderweg überquert das letzte
Mal die Wałsza, die in der Entfernung von 10 km Richtung Südwest in die Pasłęka
mündet.
115,8 km
Brzostki Hinter dem Gut überqueren
wir die Asphaltstraße Pakosze – Orneta und gehen in Mischwald hinein.
120,2
Długobór (Langwalde). Sehenswert ist die Kath.
Pfarrkirche St. Johannes; sie ist im Kern aus dem 14. Jh. und wurde im 16. und
18. Jh. umgestaltet. Ausstattung erhalten. .
123,6 km
Łozy.
In der Nähe das Halbgut Kanigowo und eine Betonbrücke über die Pasłęka.
132,0
Ławki mit
PKS-Bushaltestelle,
das Dorf
Ławki (Lauck) und das Halbgut mit
dem vernachlässigten Gutshaus gehörten einst den Grafen Dohna; die evang.
Pfarrkirche aus dem 14. Jh. ist seit 1945 Ruine. Der rote Wanderweg führt
zum Dorf Dębiny, wir gehen nicht ins Dorf hinein. Wir folgen weiterhin den
Wanderweg und kommen von der Asphaltstraße ab. Wir gehen den Feldweg am Rande
des Waldes entlang, dann in den Wald hinein und später gehen wir in die tiefe
Schlucht. Dieser Teil des Wanderweges ist sehr schwierig. Der Wanderweg
überquert Bäche und schlängelt sich zwischen Bäumen. Im Tiefe des Waldes fließt
der Fluß Pasłęka, welcher die Mitte des Naturreservates „Bieber- Siedlungen an
der Pasłęka” bildet. Das Reservat hat eine Größe von 2127 ha.
143,7 km
Dorf Skrojnity
146,6 km
PKS-Bushaltestelle Trąbki Wielkie. In der Nähe Bahnhaltestelle
147,1 km
Pierzchalskie-Stausee Fläche 1,2 km, hinter der Brücke nach links an dem
Camping- und Parkplatz vorbei.
148,1 km
Staudamm und Elektrizitätswerk, der Weg biegt in den Wald ab.
154,4 km
Gronkowo,
Ab hier geht der
Wanderweg auf der Asphaltstraße Braniewo – Pieniężno.
156,0 km
Brücke
über die Autobahn
160,8 km
Dorf Szyleny
163,6 km
Braniewo, Verwaltungszentrum mit PKP und PKS. Als die Ritter des
Deutschen Ordens 1240 das nördliche Ermland eroberten, errichteten sie an der
Stelle einer alten Pruzzenniederlassung eine Holzburg. Diese wurde 1242 von den
Pruzzen zerstört. Nach der Niederschlagung des Aufstandes wurde Braniewo
(Braunsberg) vom Bischof des Ermlandes übernommen. Der Ort erhielt vor 1254
Stadtrechte. Während des nächsten Aufstandes wurde Braniewo vollständig
vernichtet. 1454 lehnten sich die Stadtbürger gegen den Bischof Kuhschmaltz,
einen Anhänger des Deutschen Ordens, auf. Sie eroberten die Burg und zerstörten
sie teilweise. Während des Schwedenkrieges wurden Kunstwerke, Kostbarkeiten und
wertvolle Bücher von den Schweden weggeschafft. Während der Reformationszeit
spielte Braniewo eine wichtige Rolle als Verlags- und Schulzentrum. Die im Jahre
1565 nach Braniewo gekommenen Jesuiten gründeten hier ein berühmtes Kollegium.
Während der Kämpfe von 1945 wurde die Stadt zu 85% zerstört. Von den
Sehenswürdigkeiten blieb in der Altstadt die gotische Kirche der Heiligen
Katharina aus den Jahren 1346 -1381 erhalten. Diese Kirche wurde in den 1980er
Jahren wiederaufgebaut und später zur Kathedrale erhoben. . In der Nähe befindet
sich ein gotischer Turm, der die Reste des Bischofschlosses markiert. In der
Nähe im wiederaufgebauten Lyzeum Hozjanum aus dem 18. Jh. befindet sich wieder
ein Lyzeum. Zu den Sehenswürdigkeiten der Neustadt gehört die spätgotische
Pfarrkirche St. Trinitatis von 1583. Außerhalb des Stadtkerns liegt die
Barockkirche Heilig Kreuz aus der ersten Hälfte des 18. Jh. In Braniewo trifft der
von der russischen Grenze kommende Europäische Fernwanderweg E9 auf den
Kopernikusweg und geht mit ihm westwärts bis Elblag weiter. Der Weg geht seit
kurzem an der Heilig-Kreuz-Kirche vorbei.
167,5
km
Gehöftgruppe Józefowo
168,7 km
Das Dorf Podgórze wird nur berührt.
170,0 km
Hof
Cielętnik.
Wir gehen an dem Hof
vorbei und ungf. 500 m später erreichen wir den Weg, der nach rechts zum
Naturreservat „Cielętnik” führt. Das ist ein Torfreservat.
173,0 km
Brücke über den Fluß Bauda
176,5 km
Frombork Frombork (Frauenburg)
ist eine wichtige Station für den Weg, denn hier lebte Nikolaus
Kopernikus von 1510-1543 und beendete sein Werk „ De revolutionibus…”. Im Dom
befindet sich sein Grab und in einem
historischen Gebäude am Nordostrand des Ortes wurde
ein Kopernikus-Museum eingerichtet. In der Grünanlage vor der Domburg steht ein
monumentales Denkmal. In der Burg wurde in einem Turm ein „Planetarium“
eingerichtet.
Die Stadt Frombork entstand an der Stelle einer Pruzzen-Ansiedlung im 13. Jh., sie bekam erst 1310 Stadtrechte. Ab dem 14. Jh. war sie der Sitz des Ermländischen Kapitels, das im Jahre 1288 aus Braniewo hierher verlegt wurde. Die Ermländische Kapitel erbaute in den Jahren 1329 – 1388 die schöne Kathedrale. Im Jahre 1454 huldigte das Kapitel dem polnischen König Kazimiery Jagiellonnczyk. Dafür haben die Ordensritter die Stadt geplündert und in Brand gesetzt. Von 1466-1772 gehörte die Stadt samt Ermland zu Polen. 1626 wurde die Stadt von Schweden überfallen. Sie schafften alle Kostbarkeiten, u.a. die Bücher von Nikolaus Kopernikus weg. Das Rathaus brannte 1703 ab. Während der schweren Kämpfe im Jahre 1945 wurde die Stadt zu 80 % zerstört. Infolge der Zerstörungen und der Verringerung der Bevölkerung verlor der Ort die Stadtrechte und erhielt sie erst 1959 wieder.
179 km
Narusa Wir biegen nach rechts
ab, der Weg führt anfangs durch Felder, später im Wald
181,7 km
Przylesie
182,4 km
PKP-Bahnstation Święty Kamień, von dort kommen wir zum Campingplatz neben dem
Forsthaus. (Hier biegt ein Pfad vom Kopernikusweg nach rechts ab und führt zu
einem Felsen, der Heiliger Stein genannt wird. Der Name verweist darauf, daß
hier früher eine Kultstätte war.) Vom Forsthaus Nowy Wiek führt der Wanderweg in
der Nähe der Gleise bis Tolkmicko.
190,3 km
Tolmicko Zu den Sehenswürdigkeiten
von Tolmicko (Tolkemit) gehören
ein gotischer Wehrturm aus dem 14. Jh. und die Pfarrkirche St. Jakob, ebenfalls
aus dem 14. Jh.
191,5 km
Die
Spuren der Wallanlage von Tolkemit sind gut sichtbar. Die Burg existierte ca.
800 bis 400 vor Chr., es wird vermutet, daß hier eine vorslawische Bevölkerung
lebte.
194,2 km
Forsthorst Biała
bald erreicht der Wanderweg die Straße Frombork-Kadyny
196,5 km
Kadyny (Kadinen) An der Stelle einer
pruzzischen Burg errichteten die Ordensritter im 13. Jh. eine Wehranlage. Hier
gibt es ein Herrenhaus, dessen älteste Teile von 1688 sind. Sehenswert sind die
Stallgebäuden, die Kaiser Wilhelm II. bald nach 1900 errichten ließ und in denen
sich bis heute ein Gestüt („Trakehner Pferde“) befindet. Reizvoll ist die
Parkanlage, die an das Naturreservat „Kadinerwald” grenzt. Hier befindet sich
die „älteste Eiche von Ermland und Masuren“, doch der Buchenbestand überwiegt.
In der Nähe leben Hirsche. Von der vorgeschichtlichen Burg Kadyny führt der
Wanderweg zu einem Aussichtspunkt über das „Frische Haff“.
198,0 km
Suchacz, hier befindet sich ein Buchen-Reservat
von 92,1 ha Größe;
203,2
km
Łęcze (Lenzen).
Das
Dorf gehört zu den ältesten Niederlassungen in dieser Region. Archäologische
Untersuchungen erwiesen, daß hier schon in der früheren Eisenzeit, vor ungefähr
2.500 Jahren, Niederlassungen existierten. Im Dorf gibt es noch einige sog.
Vorlaubenhäuser. Das älteste stammt aus dem Ende des 18. Jh. Interessant ist
auch die Barockkirche von 1746. Auf der Anhöhe hinter dem Dorf liegen
Ziegelruinen des Unterbaus einer Windmühle aus dem 19.Jh. Der Wanderweg führt an
der Kirche vorbei und ungefähr 100 m hinter der Post biegt er nach rechts ab. Er
geht durch den Hof eines Bauern und als Feldweg zum Wald. Der Waldweg ist
anfangs gerade und später windet er sich und ist stellenweise schlecht sichtbar.
206,5 km
Prochnik,
das Dorf liegt sehr schön
207,7 km
Forsthaus in Jelenia Dolina (120,7)
210,2 km
der Zeltplatz „Smocza Dolina” liegt am Martwe-See
212,4
km
Dorf Jagodnik, wir kommen zu einem Geschäft, an der Gabelung biegen wir nach
rechts ab. Der Wanderweg geht jetzt durch Feld- und später Waldwege. Am Anfang
verläuft der Weg in der Schlucht, später am See
214,6 km
Goplanica
216,8 km
Forsthaus Pięknolas
217,9 km
Dorf Dąbrowa (130,8) der Wanderweg überquert die Straße Frombork – Elbląg
219,1 km
Waldparkpatz mit dem Campingplatz, in der Nähe Park „Bażanteria“. Der Wanderweg führt
parallel zu Wanderwegen von Bażantaria.
225,0 km
Elblag Das frühere Elbing ist
die zweitgrößte und älteste Stadt der Wojewodschaft, sie hat Werften, einen
Seehafen und eine Anlegestelle für Schiffe nach Ostróda (Oberlandkanal), Krynica
Morska, Frombork und Królewiec. Die geschichtlich
interessante Stadt wurde 1945 zu 95% zerstört. In der historischen Innenstadt
blieben ein Stadttor und zwei gotische Kirchen erhalten. Die Pfarrkirche St.
Nikolai, eie große Hallenkirche, wurde vor einigen Jahren als Sitz eines
Bischofs zur Kathedrale erhoben. Die Kirche des früheren Dominikanerklosters
dient jetzt als Kulturzentrums. Der Wiederaufbau der Innenstadt setzte erst
Mitte der 1980er Jahre ein. Ihm gingen umfangreiche archäologische
Untersuchungen der erhaltenen Keller voraus. Die Nachfolgebauten nehmen die alte
Parzellen-Struktur auf und variieren mit modernen Formen die früheren
Giebelhäuser. Wir verlassen die Stadt
und kommen zum Dorf Bielnik I. Hier führt der Wanderweg als Feldweg am
Jagiellonski-Kanal entlang. Wenn wir entlang des Kanals gehen, kommen wir zum
Dorf Bielnik II (der Weg vor dem Dorf ist mit Betonplatten ausgelegt).Wir kommen
auf eine Asphaltstraße und biegen nach rechts ab. Die Straße führt zur Fähre
über die Nogat. Auf der anderen Seite erreichen wir Kępki, wo der ermländische
Abschnitt des Kopernikus-Weg endet.
Die
Distanz von 225 km Länge des Kopernikus-Weges zwischen
Olsztyn (Allenstein) und Elbag (Elbing) kann
in 8 bis 9 Etappen bewältigt werden.
Die
Schwierigkeiten für Übernachtungen liegen zwischen
Lidzbark Warminski und Braniewo. Sie können nur durch
Angebote von Privatvermietern (Agroturismo) aufgefangen werden oder daß man sich
durch ein Taxi oder Privatauto zum zur nächsten Übernachtungsmöglichkeit bringen
läßt.
1.
Etappe bis
Dobre Miasto
35 km: Übernachtung: Reiterhof
„Rancho w Doliie“ (+48 89/ 6161758) Man kann diese lange Etappe verkürzen, indem
man von Olstyn bis Dywity mit Bus oder Taxi fährt.
2.
Etappe bis
Lidzbark Warm.
25 km: Übernachtung: versch.
Hotels u.a. „Hotel przy Bramie” (+48 89/ 7672099)
3.
Etappe bis
Henrykowo
34 km:
Übernachtung: Agroturismo in Umgebung
4.
Etappe bis Długobór
24 km:
Übernachtungsmöglichkeiten nicht bekannt
5.
Etappe bis Dabrowa
27 km: Übernachtung: Agroturistyka „Rancho w Dolinie“ in Czosnowo (+48
55/ 2431616 und +48 55/ 6443313)
6.
Etappe bis Braniewo
12 km
Übernachtung, verschiedene Hotels, u.a. Hotel Kristal (+48 55/ 2432245)
7.
Etappe bis
Frombork
13 km: Übernachtungsmöglichkeiten, u.a. Pensjonat Natalja in Hafennähe (+48 55/
2347424)
8.
Etappe bis Kadyny
20 km:
Übernachtungsmöglichkeit: u.a. Kadyny Country Club (+48 55/ 2316120)
9.
Etappe bis Elblag
30 km:
Übernachtungsmöglichkeiten: versch. Hotels, u.a. Elzam (+48 55/ 2348111) oder
Viwaldi (+48 55/ 2362542)
236,7 km
Kępki Kępki ist ein großes Dorf
an der Nogat, das im Krieg seine historische Bausubstanz verloren hat. In Kepki beginnt ein 118
km langes, durch das Gebiet der Wojewodschaft Pomorje führendes weiteres
Teilstück des Kopernikus-Wanderweg, das folgende Orte berührt: Kępki – Solnica –
Malbork (Marienburg) – Biała Góra – Bemowo – Tychnowy (Tiefenau) – Kwidzyn
(Marienwerder) – Sadlinki – Gardeja (Garnsee). Er trägt die Kenn-Nummer Pm-06-c. Als Etappenziele bieten
sich an:
Alternativ kann man von
Elblag (Elbing) mit der Fähre über das Haff fahren und von dort auf dem E 9 nach
Gdansk (Danzig) und weiter - letztlich bis zur deutsch-polnischen Grenze bei
Swinoujscie (Swinemünde) auf Usedom wandern. Der polnische Abschnitt des E 9
insgesamt hat zwischen Braniewo (Braunsberg) und Swinoujscie (Swinemünde) eine
Länge von 537 km. Text: PTTK Oddz.
Warminsko- Mazurski Übersetzung ins Deutsche:
Anna Krawczynka, Olsztyn Überarbeitung
hinsichtlich der Fachbegriffe und ergänzt durch Beobachtungen im August 2004: Dr. Lutz Heidemann,
Gelsenkirchen („Netzwerk Weitwandern e.V.“)
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